Was ist wenn der Körper auf ein Supplement anders reagiert als er sollte?

Ein Beispiel anhand von L-Glutamin


L-Glutamin kann für Menschen mit Darmproblemen (Leaky Gut) und anderen Beschwerden wie chronische Erschöpfung und Ängste oder Schlafstörungen sehr hilfreich sein. Manchmal kann es aber auch zu einer Verschlimmerung der Beschwerden führen.


L-Glutamin ist die am häufigsten vorkommenden Aminosäuren im Körper. Ihre Aufgaben sind vielseitig:

  • Als Neurotransmitter im Gehirn regt es die Neuronen zum Feuern an. Die Denkleistung kann so gesteigert werden.

  • Hilft bei der Neuroplastizität

  • Unterstützung des Immunsystems

  • Förderung des Schlafes und der Regeneration

  • Reparatur der Darmschleimhaut

  • Reparatur anderer Gewebe

  • Hilft bei der Produktion von Glutathion

  • Vorstufe von Gaba (beruhigender Neurotransmitter)

  • Forschungsergebnissen zufolge kann L-Glutamin sogar dazu beitragen, die entzündungsfördernden Zytokine der Mastzellen zu reduzieren.

Einige Menschen reagieren aber mit Unruhe und Schlaflosigkeit oder Ängstlichkeit auf diese Aminosäure.


Warum ist das so? Viele, darunter auch Ärzte und Alternativmediziner können sich das nicht erklären.


Lassen Sie es mich erklären. Manche Menschen neigen von Natur aus dazu viel vom Neurotransmitter Glutamat zu produzieren, was in stressigen Phasen gerne zu Problemen führen kann. Dies kann z.B. auf Grund von genetischen Varianten geschehen oder auf Grund von Nährstoffmängeln oder auch bei Menschen, die eine Hirnverletzung erlitten haben ist ein hoher Glutamatspiegel üblich.


Viel Glutamat kann zu folgenden Beschwerden führen:

  • Angstzustände, Panikattacken

  • Depressionen

  • Schlafprobleme

  • Aggressivität

  • Impulsivität

  • Stimmungsschwankungen

  • Erhöhte Nebennierenaktivität bis hin zur Erschöpfung

  • Krampfanfälle

  • Lernstörungen

  • ADHS/ADS

Menschen mit hohen Glutamatspiegeln reagieren gerne auch sensibel auf L-Glutamin , da der Körper L-Glutamin nicht genügend in Gaba umwandelt, auch Glycin kann ein Problem darstellen.


Aus diesem Grund ist es so wichtig, dass Sie bei der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln auf Ihren Körper zu achten.

Es gibt kein Patentrezept, das für alle Menschen geeignet ist.

Das liegt daran, dass es so viele verschiedene mögliche Ursachen gibt. Und so viele verschiedene Arten von genetischen Varianten.


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Referenzen:


Lechowski S, Feilhauer K, Staib L, Coëffier M, Bischoff SC, Lorentz A. Combined arginine and glutamine decrease release of de novo synthesized leukotrienes and expression of proinflammatory cytokines in activated human intestinal mast cells. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/22527286/


Meldrum BS. Glutamate as a neurotransmitter in the brain: review of physiology and pathology. J Nutr. 2000;130(4S Suppl):1007S-15S. doi:10.1093/jn/130.4.1007S

Rutten EP, Engelen MP, Wouters EF, Schols AM, Deutz NE. Metabolic effects of glutamine and glutamate ingestion in healthy subjects and in persons with chronic obstructive pulmonary disease. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/10736372/