• Annic Scholer

Vitamin D für das Immunsystem - sinnvoll oder nicht?

Aktualisiert: Aug 17

Vitamin D wird immer wieder als eines der „Wundermittel“ angepriesen wenn es um das Immunsystem geht.

Doch ist Vitamin D wirklich für jeden geeignet?


Vitamin D kann durch den Aufenthalt in der Sonne vom Körper selbst produziert oder auch in sehr geringen Mengen mit der Nahrung aufgenommen werden.

Halten wir uns genügend lang in der Sonne auf, sollte unser Körper ausreichend mit Vitamin D versorgt sein. Dem ist aber nicht so. Warum?

Der Körper produziert auch bei stärkster Sonne nicht automatisch genügend Vitamin D.

Eine der wichtigsten Funktionen von Vitamin D ist die unmittelbare Steigerung von Kalzium im Darm. Kalzium wiederum ist ein Mineralstoff von dem die meisten Erwachsenen nicht nur zu viel im Körper haben, sondern oftmals auch an falschen Stellen, wie zum Beispiel im Gewebe.

Ist zu viel Kalzium im Gewebe vorhanden bedeutet dies, dass sich der Mensch in einem „langsamen Stoffwechsel“ befindet, da die Zellen nicht mehr genügend Energie herstellen können. Die Energieproduktion auf Zellebene funktioniert nicht mehr richtig, da die Zellwände „verkalkt“ sind und die Nährstoffe sowie Glukose nicht mehr bis in die Zelle gelangen. Glukose wird von den Mitochondrien (Kraftwerke der Zellen) zur Herstellung von ATP (Kraftstoff) gebraucht. Folgen davon sind u.a. Übergewicht, häufige virale Infekte (schwaches Immunsystem), Allergien , Intoleranzen, Erschöpfung, Schilddrüsenprobleme und Nebennierenerschöpfung.

Selbst bei einem Mangel an Kalzium in den Knochen (Osteoporose) ist nicht garantiert, dass durch die zusätzliche Gabe von Vitamin D, Kalzium und K2, Kalzium auch in die Knochen gelangt. Somit sorgt Vitamin D lediglich dafür, dass weiter Kalzium im Darm aufgenommen wird. Der Körper schützt sich, unabhängig vom vorhanden sein der Sonne, vor einer Überladung mit Kalzium und fährt die Eigenproduktion von Vitamin D herunter.


Ein weiterer Grund warum der Körper die Eigenproduktion von Vitamin D herunter fährt ist Vitamin A, welches dem Körper meistens nicht in genügender Menge zur Verfügung steht.

Vitamin A holt das Kalzium aus dem Gewebe, es sollte in einem guten Verhältnis zu Vitamin D und höher als dieses sein. Ist dies nicht der Fall reduziert der Körper seine Eigenproduktion an Vitamin D um sich vor einem weiteren Missverhältnis zu schützen.


Nimmt jemand der sich in einem „langsamen Stoffwechsel“ befindet in hohen Dosen Vitamin D zu sich, kann sich das Befinden verschlechtern. Der Stoffwechsel verlangsamt sich weiter.

Dem kann durch das Einnehmen bestimmter Mineralstoffe entgegengewirkt werden.


Meiner Meinung nach ist die Gabe von Vitamin D zur Stärkung des Immunsystems nicht in jedem Fall sinnvoll.

Die Substitution von Vitamin D sollte auch bei eher niedrigen Vitamin D Werten im Blut nur dann erfolgen, wenn der Stoffwechsel schnell ist und ein Kalzium Mangel (nicht im Blut, sondern im Gewebe) vorliegt. Dafür reichen geringe Dosierungen völlig aus.

Die Regulierung des Stoffwechsels ist immer möglich. Auch ein „langsamer Stoffwechsel“, kann nachhaltig ein „schneller Stoffwechsel“ werden. Die Umstellung jedoch braucht seine Zeit und erfordert eine gewisse Bereitschaft seine Gewohnheiten zu verändern. Selbstmedikation und Standarddosierungen bringen dabei relativ wenig, können je nachdem auch mehr Schaden als Nutzen anrichten. Jeder Stoffwechsel ist anders und braucht seine individuelle Unterstützung.


Annic Scholer

078 919 68 79

annic.scholer@gmail.com

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