Vitamin D3 als eine Art Allheilmittel?

Aktualisiert: Apr 22

In den letzten Jahren wurde die Einnahme von Vitamin D3 als eine Art Allheilmittel angepriesen, aber ist das wirklich der Fall?

In der New York Times heisst es: "Millionen von Menschen schlucken hohe Dosen Vitamin D im Glauben, dass es helfen kann, Depressionen, Müdigkeit, Muskelschwäche und sogar Herzkrankheiten oder Krebs zu bekämpfen sowie das Immunsystem zu stärken. Tatsächlich gibt es keine allgemein anerkannten Beweise dafür, dass Vitamin D bei der Vorbeugung oder Behandlung einer dieser Krankheiten hilfreich ist."


Die niedrigen Vitamin D-Spiegel sind nicht die Ursache von Krankheiten, sondern die Folge.


Was passiert wenn man zu viel davon nimmt?


Eine Vitamin D-Supplementierung hat einen grossen Einfluss auf den Mineralienspiegel, nämlich Kalzium, Kalium und Bor, was den Stoffwechsel drastisch verändert. Doch nur wenigen ist dies bewusst.

Das Problem von Vitamin D ist, dass es den Kalziumspiegel erhöht und gleichzeitig den Kaliumspiegel senkt.

Der naturheilkundliche Arzt Garret Smith warnt, dass die Einnahme von Kalzium und/oder Vitamin D dem Körper einen Anstoss gibt, mehr Kalzium aus dem Darm zu absorbieren und auch den Kalziumspiegel im Blut zu erhöhen. Die Frage ist, was passiert wenn dieses Kalzium im Blut höher als erwünscht ansteigt, wie kompensiert der Körper das? Er verschiebt es ins Gewebe, er transferiert es sozusagen auf ein "Sparkonto". Die Auswirkung dieses Effekts auf das Wohlbefinden ist höchst signifikant. Es kommt zur Verlangsamung des Stoffwechsels und zu Kalziumablagerungen in den Gelenken (auch bekannt als Arthrose), den Nieren (Steine), den Blutgefässen (Herzerkrankungen) und sogar im Gehirn.*

Dies ist ein Muster, das ich bei den meisten meiner Klienten sehe, die regelmässig Vitamin-D-Präparate einnehmen oder eingenommen haben.

Die Energieproduktion auf Zellebene funktioniert nicht mehr richtig, da die Zellwände „verkalkt“ sind und die Nährstoffe sowie Glukose nicht mehr bis in die Zelle gelangen. Glukose wird von den Mitochondrien (Kraftwerke der Zellen) zur Herstellung von ATP (Kraftstoff) gebraucht.

Selbst bei einem Mangel an Kalzium in den Knochen (Osteoporose) ist nicht garantiert, dass durch die zusätzliche Gabe von Vitamin D, Kalzium und K2, Kalzium auch in die Knochen gelangt. Somit sorgt Vitamin D lediglich dafür, dass weiter Kalzium im Darm aufgenommen wird. Der Körper schützt sich, unabhängig vom vorhanden sein der Sonne, vor einer Überladung mit Kalzium und fährt die Eigenproduktion von Vitamin D herunter.


Auch wenn sich der eine oder andere vorübergehend unter der Einnahme von Vitamin D im langsamen Stoffwechsel vielleicht besser fühlt und weniger Infekte hat, ist dies nicht dem Vitamin D zu verdanken, sondern der Tatsache, dass Vitamin D die erschöpften Nebennieren stimulieren kann und der Körper die Stresshormone wie Adrenalin und Kortisol ausschüttet. Adrenalin gibt einem das Gefühl von Power und Kortisol unterdrückt das Immunsystem. Dies hält aber nicht lange an, die Nebennieren erschöpfen sich.


Die Einnahme von Vitamin D sollte auch bei eher niedrigen Vitamin D Werten im Blut nur dann erfolgen, wenn der Stoffwechsel schnell ist und ein Kalzium Mangel (nicht im Blut, sondern im Gewebe) vorliegt, sowie das Magnesium aufgefüllt ist. Dafür reichen geringe Dosierungen aus. Auch sollten immer die Co-Faktoren wie Vitamin K und Vitamin A nicht fehlen.

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* http://www.weedemandreap.com/hair-mineral-analysis/


Studien:

  1. http://web.archive.org/web/20160819000355/http://www.westonaprice.org/our-blogs/cmasterjohn/an-ancestral-perspective-on-vitamin-d-status-part-2-why-low-25ohd-could-indicate-a-deficiency-of-calcium-instead-of-vitamin-d/

  2. https://academic.oup.com/cardiovascres/article/36/3/293/298591

  3. http://www.thelancet.com/journals/landia/article/PIIS2213-8587(13)70165-7/abstract

  4. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3765911/

  5. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3854088/