Traumatische Erfahrungen und das Nervensystem

Traumatisches Erfahrungen können bis in den Mutterleib oder die Kindheit zurückreichen. Traumas müssen keine Erlebnisse sein, die als schrecklich empfunden wurden. Es genügt ein schlechtes Erlebnis der Mutter in der Schwangerschaft, ein nicht sofortiges Ansetzten an die Brust oder Flasche. Dies wird vom Kind als „ich verhungere“ gespeichert und kann später durch gewisse Situationen getriggert werden. Auch Operationen, Narkosen, Stürze, Verletzungen, fehlende Aufmerksamkeit oder Streit der Eltern, etc., können im Körper als Traumas abgespeichert werden.

In einer solchen Situation sendet das Nervensystem den Nebennieren den Befehl „Achtung Gefahr“. Das daraufhin ausgeschüttete Adrenalin aktiviert den Körper kurzfristig und setzt ihn sozusagen unter Strom, der Körper versteht die Situation als „Fight oder Flight“ und befindet sich im Stressmodus. Kann der Körper auf Grund unterschiedlicher Umstände wie z.B. auch Nährstoffmängeln diese Situation nicht richtig verarbeiten, setzt sich das Trauma fest und das Adrenalin im Körper wird nicht mehr richtig abgebaut. Durch die stetige Ausschüttung des Adrenalins reagiert das Nervensystem empfindlicher. Da das Adrenalin sowohl im Nervensystem, wie auch im Hormonsystem eine Rolle spielt, gerät der Körper nach und nach in den Stressstoffwechsel. Damit das System nicht ständig überreagiert, beginnt das Kortisol dafür zu sorgen, die Empfindlichkeit des Körpers, der Sinne und der Psyche durch Drosselung der Schilddrüse (Lebensmodus/Energie) herabzusetzen.

Dadurch kann es sein, dass ein vormals durch das Trauma überaktivierter Mensch teilnahmslos, in seiner Wahrnehmung eingeschränkt, kalt und gefühllos wirkt. Auch der Zugang zu den eigenen Gefühlen ist ihm oftmals erschwert.


Die Symptome einer Traumatisierung können von:

  • Extremer Empfindlichkeit

  • Überaktivität

  • Scham und mangelndem Selbstwertgefühl, bis zu

  • Gedächtnisverlust sein.

Auch Langzeitfolgen wie z.B.:

  • Die Unfähigkeit Verpflichtungen einzugehen

  • chronische Müdigkeit oder

  • übermässige Scheu können folgen einer Traumatisierung sein. (Peter E. Levine)

Mehr Informationen zum Thema Traumas findet sich u.a. in den Büchern des Neurobiologen Peter E Levine. Mit seiner Therapiemethode Somatic Experiencing hat er grosse Erfolge erzielt. Es gibt natürlich noch viele andere Methoden, die dazu geeignet sind Traumata zu bearbeiten. Eine weitere Methode, die sich sehr gut eignet ist das Comprehensive Resource Model (CRM)® von Lisa Schwarz.