Stoffwechsel

Aktualisiert: Apr 29

Wenn der Körper den Stoffwechsel verlangsamt, geht es nur um eines: ums Überleben!

Es geht nicht darum, dass der Körper versucht, sich gegen Dich zu verschwören und Dir das Leben schwer zu machen. Vielmehr ist es eine weise Entscheidung des Körpers, die langfristige Gesundheit für das kurzfristige Überleben zu opfern, weil er durch Stress(1) dazu aufgefordert wird. Die Verlangsamung des Stoffwechsels erlaubt dem Körper länger mit weniger auszukommen, doch leider geht dies zu Lasten Deines Wohlbefindens.

Es kommt zu Verschiebungen im hormonellen System. Diese führen zu verschiedensten Symptomen u.a. auch zu Fetteinlagerungen vor allem im Bauchraum. Das Bauchfett bunkert das Kortisol in stressigen Zeiten und Kortisol legt den Stoffwechsel lahm, somit ist an Abnehmen nicht zu denken.


Stell Dir Dein Körper wie ein Haus vor. Wenn Du nicht genug Geld verdienst, um Deine Stromrechnung zu bezahlen, was tust Du dann? Nun, Du drehst die Heizung in Deinem Haus herunter, um das zu kompensieren, Du schaltest vielleicht nicht so oft das Licht an und/oder Du versäumst es, regelmässige Wartungsarbeiten durchzuführen.

Der Körper arbeitet auf ähnliche Weise. Wenn nicht genügend Nährstoffe zugeführt werden, spart der Körper Energie, indem er die Körpertemperatur senkt, den Puls(2) verringert und die Schilddrüsenfunktion verlangsamt (was zu weniger Energie führt), die Verdauungssäfte herunter reguliert. Dies ist eine eingebaute Überlebensreaktion des Körpers, damit er länger mit weniger auskommt.


Im Stressmodus passiert folgendes:

  1. Die Blutzuckerreserven erschöpfen, Glukose muss mittels Stresshormone (Kortisol und Adrenalin) aus Eiweiss und Fett hergestellt werden. Die Zellen machen dicht gegenüber Insulin, Kohlenhydrate werden immer schlechter vertragen. Was für die Nebennieren noch mehr Stress bedeutet, da Sie die ganze Zeit den Blutzucker ausgleichen müssen. Kortisol erschöpft sich, Adrenalin steigt. Machen die Zellen dicht, gelangen auch Schilddrüsenhormone und Sexualhormone wie Progesteron, DHEA und Testosteron nicht mehr in die Zellen, Östrogen gewinnt die Oberhand.

  2. Die Leber entgiftet nicht mehr optimal. Es kommt zu einer Ansammlung von Giftstoffen und Östrogen, sowie Kupfer und Schwermetalle in der Leber und im Körper. Die Leber baut Östrogen nicht mehr richtig ab. Der Körper verbraucht ein vielfaches an Nährstoffen und der Übersäuerung des Gewebes entgegen zu wirken.

  3. Die Verdauung ist beeinträchtigt. Die Produktion der Verdauungssäfte und Verdauungsenzyme ist reduziert. Nährstoffe werden nicht richtig aufgenommen. Die Nahrung wird nicht richtig verdaut es kommt zu Fäulnisprozessen und Bakterienfehlbesiedlungen sowie Leaky Gut. Allergien, Intoleranzen und Autoimmunerkrankungen entstehen. Das Immunsystem ist geschwächt. Viren wie z.B. EBV und Herpes zeigen sich.

  4. Die Fortpflanzung kann eingeschränkt oder gar unmöglich sein. Es steht dem Körper zu wenig Energie zur Verfügung neues Leben zu zeugen. Östrogendominaz und Progesteronmangel (Frau) oder Testosteronmangel (Mann) können die Folge sein. Dadurch entstehen Libidoprobleme, PMS, Endometriose, etc.

  5. Die Muskeln werden abgebaut, da das Eiweiss für die Zuckerherstellung gebraucht wird. Dabei wird mittels Kortisol Eiweiss aus dem Gewebe gelöst und in seine Aminosäuren aufgespalten. Der Alterungsprozess wird beschleunigt, wir fühlen uns müde und erschöpft.

  6. Der Kalziumstoffwechsel funktioniert nicht mehr optimal. Kalzium wird im Gewebe eingelagert und gelangt nicht mehr in die Zähne und Knochen. Arterienverkalkungen, Nierensteine, Verlangsamung der Nervenimpulse und Konzentrationsprobleme, etc. können die Folge sein.

  7. Haut und Haare leiden, da sie nicht mehr mit genügend Nährstoffen versorgt werden. Haarausfall, Cellulite, Dehnungsstreifen, Akne, Ekzeme und Abszesse können die Folge sein. Die Wundheilung ist beeinträchtig, die Nägel brechen leicht und weisen Rillen auf.



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1) Stress kann alles sein: Beziehungsprobleme, Stress am Arbeitsplatz, Geburten, Schwangerschaften sein aber auch alte Traumas, alte Glaubenssätze, zu viel Sport, zu wenig Schlaf, Medikamente, Pille, eigenetische Veranlagungen, Kälte, Hitze, Elektro Smog, Diäten, zu wenig Essen, zu viel Essen, etc.


2) Nehmen wir die niedrige Pulsrate von Athleten, welche immer so hoch gelobt wird. Doch was ist, wenn dieser niedrige Puls eine Anpassung des Körpers auf den täglich exzessiven Verbrauch von Energie ist und den zuwenig eingenommenen Kalorien?