Schilddrüsendiagnostik - Alternative Möglichkeiten

In der Schulmedizin wird standardmässig der TSH-Wert und die Hormone (fT4) und (fT3) zur Beurteilung der Schilddrüsenaktivität gemessen. Nicht selten wird sogar nur der TSH-Wert gemessen. Liegen diese Werte im normalen Bereich, ist die Schilddrüse gesund. Antikörper (TPO, TAK, TRAK) werden nur selten in die Diagnostik einbezogen, es sei denn, es gibt spezielle Symptome, die auf eine Antikörperthematik hinweisen. Weitere Möglichkeiten sind das Reverse (T4) und (T3).


Fühlst du dich trotz „normaler“ Schilddrüsenwerte im Blut nicht gut und hast eventuell Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion? (Symptome mit Eintrag Schilddrüse von mir verlinken )

Körpertemperatur und Ruhepuls sind direkte Einblicke in die zelluläre Energieproduktion und die Wirkung der Schilddrüsenhormone auf zellulärer Ebene. Wenn der Körper aus der Nahrung, die er zu sich nimmt, Energie produziert, kommunizieren alle Systeme miteinander und sind in der Lage, auf ihrem optimalen Niveau zu funktionieren. Wenn der Körper nicht in der Lage ist, Energie zu produzieren, weil Mahlzeiten auslassen werden, zu viele verarbeitete Lebensmittel gegessen werden, zu viel oder zu wenig Sport getrieben wird, nicht geschlafen wird usw., sind alle Systeme beeinträchtigt und der Körper kämpft ums Überleben. In diesem Zustand wird der Körper der Nutzung von Energiequellen Priorität einräumen, die sicherzustellen, dass der Notfall bewältigt wird.

Das Messen der Körpertemperatur und des Pulses ermöglicht uns hormonelle Einflüsse auf den Stoffwechsel zu beurteilen, eine subklinische Schilddrüsenunterfunktion, Nebennierentätigkeit und Blutzuckerschwankungen zu erkennen (Adrenalinausschüttung, Östrogen, T3, Progesteron, Kortisol)

Die ideale Körpertemperatur ist 37 Grad. Die Basaltemperatur am Morgen nach dem Aufwachen kann auch niedriger sein, sollte aber nicht unter 36.3/36.4 Grad liegen. Spätestens nach dem Frühstück sollte die Temperatur während des ganzen Tages um die 37 Grad sein. Der Ruhepuls einer gesunde Person sollte zwischen 80-85 Schlägen pro Minute sein. Tiefere Ruhepulse deuten auf eine Stoffwechseldysregulation hin. Eine übermäßige Produktion von Stresshormonen führt zu einem Absinken der Temperatur. Adrenalin und Kortisol sowie Östrogen blockieren die Schilddrüsenhormonproduktion.

Beste Zeiten zum Messen von Temperatur und Puls:

  • Nach dem Aufwachen im Bett im Liegen, vor dem Aufstehen. Wenn der nächtliche Stress sehr hoch ist, wird das Adrenalin (Nebennieren) noch bis zum Frühstück hoch sein und sowohl Temperatur als auch Pulsfrequenz erhöhen.

  • 20 min nach jeder Mahlzeit und jedem Snack. Nach dem Frühstück beginnt das Kortisol (und Adrenalin, falls es trotz des erhöhten Kortisols hoch geblieben ist) auf ein normaleres, niedrigeres Niveau zurückzukehren, da der Blutzucker durch die Nahrung und nicht durch die Stresshormone aufrechterhalten wird. Normalerweise steigen sowohl die Temperatur als auch die Pulsfrequenz nach dem Frühstück an, aber bei Menschen mit einer Unterfunktion kann einer von beiden, oder auch beide, fallen.

  • Vor dem Schlafengehen.


Zur Temperatur- und Pulsdiagnostik können auch kalte Hände und Füsse ein Zeichen einer Schilddrüsenunterfunktion sein.

Sind die Hände und/oder Füsse nach dem Essen kalt, ist die Temperatur typischerweise niedrig. Kalte Hände und Füße deuten auf erhöhten Adrenalinspiegel, niedrigen Puls und niedrige Körpertemperatur hin.Eine kalte Nase kann auf einen niedrigen Glykogenspeicher in der Leber und eine Adrenalindominanz hinweisen. Im langsamen Stoffwechsel gerät der Körper aufgrund der niedrigen Glykogenspeicher schnell in eine Unterzuckerung, was die Umwandlung von T4 zu T3 in der Leber hemmt, so dass die Wärmeproduktion oft abnimmt, wenn eine Person hungrig ist. Der Stressstoffwechsel ist aktiv. Zuerst werden die Finger, Zehen und die Nase kalt, weil das Adrenalin bzw. die adrenerge sympathische Nervenaktivität ansteigt, um das Gehirn und das Herz auf einer normalen Temperatur zu halten, indem die Durchblutung der Haut und der Extremitäten reduziert wird. Trotz der temperaturregulierenden Wirkung von Adrenalin macht die verringerte Wärmeproduktion, die aus dem verminderten T3 resultiert, einem anfällig für Unterkühlung, wenn die Umgebung kühl ist.


Eine weitere Möglichkeit bietet das Kalzium/Kalium- Verhältnis in der Haarmineralanalyse zur Beurteilung. Ist das Verhältnis ausgeglichen, kann man von einer optimalen Schilddrüsenfunktion ausgehen. Doch meistens ist das Kalzium im Verhältnis zum Kalium viel zu hoch. Kalzium verlangsamt die Abläufe im Körper, wenn zu viel davon vorhanden ist. Aber hohe Kalziumwerte sind heute aufgrund der Vitamin-D-Supplementierung alltäglich. Kurz gesagt, es kommt oft nicht nur oder hauptsächlich vom Essen von zu viel kalziumreicher Nahrung, sondern ist ein Produkt der Vitamin-D-Supplementierung. Vitamin-D-Supplemente bringt den Darm dazu, mehr Kalzium aus der Nahrung aufzunehmen, als er es sonst tun würde. Die noch schlimmere Supplement-Kombination wäre die gleichzeitige Einnahme von hohen Mengen an Vitamin D und Kalzium.

Laut Trace Element Lab "wird die hemmende Wirkung von Kalzium auf die Schilddrüse schon seit dem letzten Jahrhundert vermutet, aber neuere Studien haben ihre Auswirkungen bestätigt. Es ist bekannt, dass Kalzium die Schilddrüsenaktivität vermindert und dass die Kalziumabsorption bei einer Schilddrüseninsuffizienz erhöht ist. Man geht davon aus, dass auch Vitamin D aufgrund seiner engen, synergistischen Beziehung zu Kalzium zu einer verminderten Schilddrüsenfunktion beiträgt." 1


Einige Anzeichen eines Kalziumüberschusses:

  • Schmerzen im Rücken und in den Gelenken

  • Schlechter Appetit

  • Kopfschmerzen

  • Verstopfung

  • Depression

  • Müdigkeit

  • Erhöhter Durst

  • Häufiges Wasserlassen 2,3


Demgegenüber steht das Kalium. Kaliummangel ist weit verbreitet. Kalium ist in Obst, Gemüse und tierischen Proteinen vorhanden, aber die meisten Menschen bekommen einfach nicht genug davon. Oft kann ich niedrige Kaliumwerte bei meinen Klienten leicht auf eine oder mehrere der folgenden Ursachen zurückführen: unzureichende Ernährung, kohlenhydratarme Diäten, übermäßige Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln, chronischer Stress und der Verzehr von zu vielen verarbeiteten Lebensmitteln.


Anzeichen für einen Kaliummangel:

  • Akne

  • Schwäche, Müdigkeit oder Krämpfe in Arm- oder Beinmuskeln

  • Taubheitsgefühl und/oder Kribbeln

  • Verstopfung

  • Übermäßiger Wasserverbrauch

  • Depression

  • Übelkeit oder Erbrechen

  • Ödeme

  • Müdigkeit

  • Schlaflosigkeit

  • Nervosität

  • Geistige Beeinträchtigung

  • Bauchkrämpfe und/oder Blähungen

  • Ohnmacht aufgrund von niedrigem Blutdruck

  • Herzklopfen (unregelmäßiger Herzschlag)4


Diese Anzeichen von Kaliummangel sind denen einer Schilddrüsenunterfunktion verblüffend ähnlich. Ich finde das nicht allzu überraschend, wenn man bedenkt, dass eine selbst herbeigeführte Hypothyreose ein echtes Problem ist, und dass sie häufig bei Menschen auftritt, die in der Vergangenheit Diäten gemacht oder übermäßig viel Sport getrieben haben.

Natürlich gibt es auch andere Gründe, warum der Kaliumspiegel niedrig sein kann. Bestimmte Medikamente wie Diuretika, Abführmittel, Aspirin, bestimmte Arten von Antibiotika, Antibaby-Pille, blutdrucksenkende Medikamente, Bronchodilatatoren und Steroide können den Kaliumspiegel senken. Es kann auch durch einen Magnesiummangel verursacht werden.

Quellen für Kalium

  • Selleriesaft

  • Weiße Bohnen

  • Kartoffeln (mit Vorsicht geniessen, wird je nachdem nicht vertragen)

  • Avocado (1 mittelgroß)

  • Kokosnusswasser

  • Heilbutt

  • Eichelkürbis

  • Banane (nicht zu reif, da zu viel Zucker)

  • Melasse (1 Esslöffel)

  • Orange

  • Kiwi

  • Spinat

  • Datteln (wird nicht von allen vertragen mit Blutzuckerproblemen, da sehr zuckerhaltig)

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1 http://www.traceelements.com/Docs/The%20Nutritional%20Relationships%20of%20Thyroid.pdf.

2 https://academic.oup.com/cardiovascres/article/36/3/293/298591.

3 https://www.cancer.net/coping-with-cancer/physical-emotional-and-social-effects-cancer/managing-physical-side-effects/high-calcium-levels-or-hypercalcemia.

4 https://www.msdmanuals.com/de/heim/hormon-und-stoffwechselerkrankungen/elektrolythaushalt/hypokaliämie-niedriger-kaliumspiegel-im-blut