• Annic Scholer

Polyzystische Ovarien (PCO) - Polyzystisches Ovarialsyndrom (PCOS)

PCO und PCOS werden in der Schulmedizin oftmals gleichgesetzt. Dabei handelt es sich bei PCO um Polyzystische Ovarien, das heisst so viel wie: „viele (poly) Zysten an den Eierstöcken (Ovar)“. Es bilden sich an den Eierstöcken kleine Eibläschen (zystenähnlich), die das Heranreifen der Eizellen zeitweise verhindern können. Das Vorhandensein bedeutet lediglich, dass in diesem Monat kein Eisprung stattgefunden hat, nicht aber, dass in Zukunft keine mehr stattfinden werden. Die Eierstöcke sehen jeden Monat anders aus, solche Bläschen können auch wieder verschwinden. Daraus muss sich also kein PCOS entwickeln. In der Regel weist eine Erhöhung des Anti-Müller-Hormons auf das Vorhandensein der Eibläschen an den Eierstöcken und somit PCO hin, die anderen männlichen Hormone sind in Ordnung.

Umgekehrt ist es so, dass PCOS auch PCO bedeutet. Denn PCOS ist eine Auflistung verschiedener Symptome, dies nennt man in der Medizin Syndrom. Kommen zu PCO noch andere Symptome dazu, wie z.B. erhöhte Androgene (männliche Hormone) im Blut, spricht man von PCOS. Doch auch bei dieser Diagnose ist es oftmals sehr verwirrend, denn nicht alle Frauen mit der Diagnose PCOS weisen solche Eibläschen an den Eierstöcken auf.

PCOS ist eine der häufigsten Hormonstörungen bei jungen Frauen. ca. 10% aller Frauen sind davon betroffen.

Treten zwei der drei folgenden Symptome auf, kann der Arzt die Diagnose PCOS stellen:

  • erhöhte männliche Geschlechtshormone (mehr oder weniger) im Blut (Folgen können sein: Akne, fettige Haut, Haarausfall, Haarwuchs im Gesicht, tiefere Stimme)

  • Zysten (Eibläschen) an den Eierstöcken

  • Unregelmässige Eisprünge/Regelblutungen bis hin zum Ausbleiben der Regelblutung

Weitere Symptome können sein:

  • Neigung zum metabolischen Syndrom (Bluthochdruck, Insulinresistenz oder gar Diabetes mellitus, Übergewicht, Neigung zu Herz-/Kreislauferkrankungen)

  • PMS

  • Depressionen

  • starker Progesteronmangel

  • Unerfüllter Kinderwunsch

  • Bei Schwangerschaft häufig Fehlgeburten

  • starke Zwischenblutungen

  • Ängste

  • Müdigkeit

  • niedrige Stresstoleranz

  • Schilddrüsenprobleme

  • Nebennierenschwäche/-erschöpfung -> Stress

  • „Silent Inflammations“ (stille Entzündungen)

  • Darmprobleme

  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten

  • Chemikalienunverträglichkeit

  • Autoimmune Prozesse


Das Hormonsystem ist unser Kommunikationssystem. Die Hormone beeinflussen sich gegenseitig. Ist irgendwo im Hormonsystem ein Fehler vorhanden, werden alle anderen Hormone und somit die Kommunikation beeinflusst.

Sind die männlichen Hormone aufgrund einer Fehlregulation in den Eierstöcken schon zu hoch und kommt noch Stress dazu, steigt der Spiegel der Androgene noch mehr an. Denn sobald Stress vorhanden ist, kommen die Nebennieren ins Spiel. Cortisol und Adrenalin werden ausgeschüttet. Wird aufgrund von Stress mehr Cortisol benötigt, geht dies zu Lasten des Progesterons, da dieses bei Bedarf in Cortisol umgewandelt werden kann. In Stresssituationen mangelt es dem Körper somit gerne an Progesteron und da wir dauernd im Stress sind, fehlt dem Körper über lange Zeit das Progesteron. Gleichzeitig werden die männlichen Hormone Testosteron und DHEA vermehrt ausgeschüttet. Die führt zu einem noch höheren Pegel an Androgynen im Blut. Dazu kommt, dass die Ausschüttung der Stresshormone die oft schon vorhandene Insulinresistenz (Störung im Zucker- und Fettstoffwechsel) verstärkt und es zu starken Blutzuckerschwankungen kommt.

Kann die Glukose (aus Kohlenhydraten -> erhöht den Blutzucker) z.B. durch zu viele Stresshormone oder durch einen erhöhten Kalziumspiegel im Gewebe mit Hilfe des Insulins (wird ausgeschüttet wenn Glukose im Blut ist) nicht mehr in die Zellen gelangen, bleibt der Blutzucker erhöht. Das Cortisol bewirkt, dass die Zellen gegenüber dem Insulin dicht machen, das Insulin bleibt im Blut zurück. Zuviel Insulin im Blut kann die Eierstöcke anregen Testosteron zu produzieren, zu wenig Progesteron hat negative Auswirkungen auf die Schilddrüse. Es entsteht ein Teufelskreis.

PCOS versus Post-Pill-PCOS

Von Post-Pill-PCOS spricht man, wenn die Symptome erst nach Absetzten der Anti-Babypille eintreten, vor Einnahme aber keine Symptome und ein regelmässiger Zyklus da waren.

Von PCOS spricht man, wenn schon vor der Einnahme der Pille Symptome vorhanden waren und die Anti-Babypille z.B. aufgrund der Probleme verschrieben wurde.

Post-Pill-PCOS betrifft viele Frauen nach dem Absetzten der Anti-Babypille. Die Periode bleibt aus und die Diagnose PCOS wird gestellt. Eigentlich ist der Körper einfach nur verwirrt, denn er hat sich an den Zustand gewöhnt über Jahre keine eigenen Hormone mehr herstellen zu müssen. Es ist nicht ungewöhnlich, dass er dann erst mal die männlichen Hormone bevorzugt und im Übermass herstellt. Dieser Zustand ist oftmals vorübergehend. Es kann einige Monate oder auch länger dauern, bis sich alles wieder eingependelt hat.

Wichtig ist es den Körper schon vor dem Absetzen der Pille mit einer Ernährungsumstellung und Nährstoffen zu unterstützen sowie auch die Leber bei der Entgiftung zu unterstützen.


PCOS und Post-Pill-PCOS bei Kinderwunsch

PCOS ist ein häufiger Grund dafür, warum Frauen nicht schwanger werden. Typisch für PCOS ist ein erhöhter Androgenspiegel – also zu viele männliche Hormone. Ganz wichtig ist: PCOS bedeutet nicht gleich, dass du nicht schwanger werden kannst oder gar unfruchtbar bist. Wenn du die Symptome im Griff hast, kannst du genauso auf natürlichem Weg schwanger werden, wie Frauen ohne PCOS.

Was bei PCOS helfen kann:

  • Ernährungsumstellung

  • Stoffwechselregulation

  • Stressreduktion

  • Meditation

  • regelmässige Bewegung -> nicht zu anstrengend

  • Nahrungsergänzungsmittel

  • Darmsanierung

  • Unterstützung der Entgiftungsorgane Leber und Nieren


In der Schulmedizin wir PCOS mit Hormonpräparaten wie der Antibaby-Pille behandelt. Die Symptome können sich bessern, die Ursache wird aber nicht behoben. Setzt man die Pille ab sind die Probleme wieder da, oftmals in viel grösserem Ausmass als vor der Pille.

Ganzheitliche Ansätze setzten an der Ursache an. Leider ist es heute so, dass viele Frauen mit der Diagnose alleine gelassen werden, da die Ärzte ausser der Pille keine alternativen Behandlungsmethoden anbieten.

Annic Scholer

078 919 68 79

annic.scholer@gmail.com

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