• Annic Scholer

NFP nach Sensiplan- Natürliche Familienplanung

Mit der Einführung der Pille ist die natürliche Verhütung in den Hintergrund geraten. Mehr noch, sie galt in den letzten Jahrzehnten als unsicher und unzuverlässig.

Mit dem Fortschritt der Forschung im Bereich hormonelle Verhütung und dem immer mehr Bekanntwerden der teilweise verheerenden Wirkung und Nebenwirkungen der Antibaby-Pille hat sich das Image von NFP wieder gewandelt.

Richtig angewendet ist NFP gleich sicher und zuverlässig wie andere Verhütungsmethoden dafür aber völlig nebenwirkungsfrei und sehr kostengünstig. Sie erlaubt der Frau eine selbstbestimmte Empfängnisregelung. Durch die Beobachtung der Veränderungen der Temperatur und des Zervixschleims während des Zyklus hat die Frau die Möglichkeit mehr über Ihren Körper, die Hormone und wie sie sich im Zyklus aber auch im Verlaufe der Jahre verändern, zu lernen.

Diese Methode eignet sich sowohl zur Empfängnisverhütung, wie auch um eine Schwangerschaft zu planen.

Alles was es braucht ist ein Fieberthermometer oder ein dafür konzipiertes Basalthermometer, einen Stift und ein Datenblatt, sowie Eigenverantwortung. Mittlerweile gibt es auch zahlreiche Apps, allerdings empfehle ich diese nicht unbedingt, da keine Doppelkontrolle stattfindet. Die Apps werten nach der Temperatur aus, tritt allerdings eine Erhöhung der Temperatur am Zyklusanfang auf Grund eines Störfaktors auf, kann dies das App nicht unterscheiden. Dazu kommt, dass das App den Zervixschleim nicht berücksichtigt. Man kann ihn zwar eintragen, er wird aber nicht in die Auswertung der fruchtbaren Tage mit einbezogen.

Ich empfehle einen NFP-Kurs zu machen, damit die Methode gut und sicher erlernt werden kann.

Es braucht seine Zeit bis man mit NFP vertraut ist. Das beobachten des Zyklus und das Eruieren der fruchtbaren Tage ist nicht mit einem Zyklus getan. Nach drei Zyklen zeigt sich eine gewisse Regelmässigkeit, doch erst nach 12 ausgewerteten Zyklen, kann man ganz sicher sagen von wann bis wann die fruchtbaren Tage sind. Dabei muss die Frau jeden Morgen etwa zur gleichen Zeit ihre Temperatur messen und Veränderungen des Zervixschleims beobachten, Störfaktoren wie z.B. wenig Schlaf, spätes Essen, spätes Zubettgehen, Alkohol, etc. erfassen.


Das schöne an dieser Methode ist, dass sie den Mann in die Empfängnisverhütung einbezieht, denn wenn eine Schwangerschaft vermieden werden soll, ist während den fruchtbaren Tagen Kreativität von beiden Geschlechtern in Sachen Sexualität angesagt oder es können Kondome benutzt werden.

NFP nach Sensiplan

Vorteile:

  • gut verträglich und ohne Nebenwirkungen

  • sehr verlässlich bei korrekter Anwendung

  • verlässliche Methode über alle Lebensphasen (von der ersten Regelblutung, vor und nach einer Schwangerschaft, bis in die Wechseljahre)

  • hilft den eigen Körper besser kennenzulernen und zu verstehen

  • fast kostenlos

  • nimmt beide Partner in die Pflicht

Nachteile:

  • muss erlernt werden (ca. 3 Probe- und Lernzyklen)

  • der Fruchtbarkeitszyklus nimmt Einfluss auf das Sexleben

  • erfordert tägliche Disziplin

  • Stress, Krankheiten oder ungesunde Lebensphasen können die Zyklusbeobachtung schwerer machen

  • während der fruchtbaren Tage muss zur Verhütung ein Kondom benutzt oder es ist Kreativität gefragt.

Annic Scholer

078 919 68 79

annic.scholer@gmail.com

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