Esse ich richtig?

Auch wenn ich mich nach meinem Verständnis gesund ernähre, heisst das noch lange nicht, dass es für mich auch wirklich gesund ist.


Das Angebot an Diäten und Ernährungsformen ist gross. So gibt es viele die vegan oder vegetarisch, nach den Prinzipien der Paleo-Ernährung oder der Carnivore-Diät leben, gar keine Kohlenhydrate oder sehr viele davon essen oder auch Menschen die das Fett in den Mittelpunkt der Ernährung stellen und entweder kaum oder sehr viel davon essen.

Klar ist, es gibt nicht EINE richtige Ernährung!


Dr. Weston A. Price, ein kanadischer Zahnarzt, der heute vor allem für seine Theorien über den Zusammenhang zwischen Ernährung, Zahngesundheit körperlicher und mentaler Gesundheit bekannt ist, wollte mit seiner Reise um die Welt heraus finden warum die Menschen um ihn herum ein so starkes degeneratives Erscheinungsbild wie Karies und Infektionskrankheiten aufweisen, gilt doch die westliche, zivilisierte Welt als derart fortschrittlich.

Damals war noch nicht die ganze Welt von der Industrialisierung betroffen. Es gab noch immer Völker, die sich so ernährten, wie sie es in Urzeiten gemacht haben.

Er reiste in 14 verschiedene Länder und begann die jeweiligen Gruppen, die sich noch traditionell ernährten zu untersuchen und fand sehr bald heraus, dass diese in einer weitaus besseren gesundheitlichen Verfassung waren, als die der selben Gruppen, die bereits in der Zivilisation lebten und sich zunehmend von Weissmehl, raffinierten Pflanzenölen, Zucker und Convenience Produkten ernährten. Die Frage blieb allerdings offen warum das so ist.

Warum also hatten unsere Urgrosseltern und Urvölker weniger mit degenerativen und mentalen Erkrankungen oder Übergewicht zu kämpfen als wir?


  1. Pflanzenöle (mehrfach ungesättigte Fettsäuren) PUFA’S

Eines der umstrittensten Themen in der Ernährung sind Fette. Gesunde Fette und böse Fette.

Insbesondere die gesättigten Fettsäuren stehen immer wieder in der Kritik und werden als ungesund deklariert. Stattdessen wird vor allem der Verzehr von Pflanzenölen – mit mehrfach ungesättigten Fettsäuren (PUFA= polyunsaturated fatty Acids) – empfohlen.

Doch die (raffinierten) pflanzlichen Fette, abgesehen von Palmöl, Olivenöl und Kokosöl, sind stark verarbeitet und mit einem hohen Omega-6-Gehalt keinesfalls für die Gesundheit förderlich. Eines der Hauptprobleme mit PUFAs ist, dass sie chemisch sehr instabil sind, was bedeutet, dass Pflanzenöle leicht ranzig werden oder bei Wärme, Licht und Sauerstoff oxidieren. Das was bei Metall rosten ist (oxidieren) ist bei Fetten das ranzig werden.

Eigentlich sind pflanzliche Öle mit sogenannten Antioxidantien versehen, die das Öl vorm ranzig werden schützen, aber die industrielle Verarbeitung (erhitzen, bleichen, Geruchsentfernung) lassen von diesen natürlichen Inhaltsstoffen nichts übrig. Auch keine Vitamine & Co. bleiben übrig. Selbst die Bioversion macht keinen Unterschied.

Im Körper reagieren PUFAs leicht und binden sich an Proteine und Zucker.

So entstehen toxische Nebenprodukte wie AGEs (Advanced Glycation Endproducts). Diese können wiederum zu zahlreichen gesundheitlichen Schäden beitragen.1

Werden PUFAs beispielsweise in großen Mengen verzehrt - was heute häufig der Fall ist, da sie aus kostentechnischen Gründen von der Industrie und vom Gastgewerbe massenweise verwendet werden - werden sie zunehmend zum Bestandteil von Zellmembranen, die dann selbst anfällig für Oxidation werden.2

Laut Dr. Ray Peat, PhD, verursachen ungesättigte Fette Alterung, Gerinnung, Entzündungen, Krebs und Gewichtszunahme.3

Dazu kommen Autoimmunerkrankungen, gestörte Hormonsynthesen, Schilddrüsenprobleme und vieles mehr.

Keine Angst vor gesättigten Fettsäuren

Gesättigte Fettsäuren treten in der Regel in höheren Konzentrationen in tierischen Lebensmitteln wie Butter, Käse, Fleisch und Fett auf. Doch es gibt auch wenige Ausnahmen bei den Pflanzenfetten wie Kokos- und Palmöl, die einen extrem hohen Anteil an gesättigten Fettsäuren enthalten.

Es herrscht leider immer noch die weitverbreitete Meinung, dass die überschüssige Aufnahme von gesättigten Fettsäuren zu hohen Cholesterinwerten und einem erhöhten Risiko für kardiovaskuläre Krankheiten führt.

So besagt die Theorie, dass die Senkung des Cholesterins auch zu einer Verringerung des Risikos der Entwicklung von Herzerkrankungen führt. Doch in Wirklichkeit ist die stark vereinfachte Theorie auch stark fehlerhaft und wurde in aktuellen Studien widerlegt.4

Cholesterin wird nicht nur über die Nahrung aufgenommen. Das meiste Cholesterin wird in der Leber selber produziert. Nimmt man über die Nahrung vermehrt Cholesterin auf, produziert die Leber weniger, der Körper passt sich an. Dies trifft auf 75 % der Bevölkerung zu. Die verbleibenden 25% der Bevölkerung reagieren auf die gesteigerte Zufuhr von gesättigten Fetten mit einem Anstieg in ihren Cholesterinwerten und sind damit überempfindlich. Allerdings nicht in dem Maße, dass es zu einem erhöhten Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen führt.

Aktuelle Forschungsergebnisse wie z.B. die von Dr. Aseem Malhotra „Saturated Fat is not the Issue“ von 2013 bestätigen, dass die Angst vor hohen Cholesterinwerten und Herzerkrankungen beim Konsum gesättigter Fettsäuren unbegründet ist. Denn das über die Nahrung aufgenommene Cholesterin hat wenig bis gar keine Wirkung auf den Blutcholesterinspiegel.

Im Gegensatz zu den gesättigten Fetten ist ein hoher Verzehr von PUFAs gesundheitlich schädlich!


2. Kalorienarme Lebensmittel

Wir brauchen Kalorien, um den Stoffwechsel anzuregen! Wenn die Kalorien zu niedrig sind und ein Kaloriendefizit erzeugen, ist das ein Hinweis für Ihren Körper, den Stoffwechsel zu verlangsamen, da er sich im Stressmodus befindet. Ich meine, warum sollte der Körper abnehmen, wenn er denkt, dass es eine ernsthafte Nahrungsknappheit gibt? Am Ende des Tages hat das Überleben die höchste Priorität für den Körper. Daher ist eine kalorienarme Ernährung der beste Weg, um einen langsamen Stoffwechsel selbst herbeizuführen.

3. Fettfreie Lebensmittel

Es gibt einen wirklich guten Grund, warum Ihr Körper sich nach Fett sehnt und nicht nach fettfreien Lebensmitteln. Ein Beispiel dafür ist die Milch. Wird der Milch Fett entzogen um fettarme Milch zu erhalten, werden auch alle fettlöslichen Vitamine (A,D,E und K) mit entfernt. Diese werden danach der Milch wieder künstlich zugesetzt, da die Lebensmittelindustrie dazu verpflichtet ist.

"Wir sind gesetzlich verpflichtet, allen unseren flüssigen Magermilchprodukten, fettfreien Milchprodukten, fettarmen Milchprodukten (1%) und fettreduzierten Milchprodukten (2%) Vitamine zuzusetzen. Diese Vitamine sind fettlöslich und eine gewisse Menge davon geht verloren, wenn der Fettgehalt in der Milch reduziert wird." -Organic Valley


Allerdings werden fettlösliche Vitamine nur dann gut assimiliert, wenn auch das Fett vorhanden ist. Das ist ein weiterer Grund, immer eine Form von gesundem Fett in jede Mahlzeit einzubauen. Ihr Körper braucht Nährstoffe für einen gesunden Körper, erst dann kann er auch wieder Gewicht abnehmen. Ist der Stoffwechsel reguliert, verliert der Körper automatisch seine Pfunde.


4. Künstliche Süssstoffe

In der heutigen Gesellschaft wird der „echte“ Zucker verteufelt, viel besser sind die künstlich hergestellten Süssstoffe, da sie keinen Einfluss auf den Blutzuckerspiegel zu haben scheinen. Dies ist aber nicht ganz richtig so. Dazu kommt, dass diese diverse gesundheitsschädliche Auswirkungen haben können, da sie Nervenzellen angreifen oder Rezeptoren belegen, die dann für Körpereigene Substanzen unsensibel sind.

Ein gutes Beispiel ist das Aspartam, ein beliebter Süßstoff, den man als NutraSweet und Equal kennt, der aber auch in vielen Diät-Limonaden enthalten ist. Dieser künstliche Süßstoff hat mehr als 10.000 dokumentierte Fälle von unerwünschten Reaktionen und mehr als 900 veröffentlichte Studien, die ihn als gesundheitsschädlich einstufen! Laut Dr. Mercola ist es auch eine echte Bedrohung für Ihre Ziele beim Abnehmen:

"Würde es Sie überraschen zu erfahren, dass Aspartam zu einer Gewichtszunahme führen kann? Es ist wahr - Produkte, die als "kalorienreduziert", "zuckerfrei" und "Diät" vermarktet werden, können tatsächlich Ihre Bemühungen zur Gewichtskontrolle sabotieren. Die beiden Hauptbestandteile von Aspartam, Phenylalanin und Asparaginsäure, stimulieren die Freisetzung von Insulin und Leptin - Hormone, die Ihren Körper anweisen, Fett zu speichern." Dr. Mercola5

5. Chemikalien in den Lebensmitteln

Chemikalien halten Lebensmittel ewig frisch, sorgen für die perfekte Textur und verhindern den Verderb. Chemikalien in der Nahrung erzeugen eine chemische Belastung im Körper. Verarbeitete Lebensmittel, die mit Chemikalien belastet sind, liefern oft nicht die notwendigen Nährstoffe dazu, um diese Chemikalien wieder aus dem Körper zu entgiften. Die Leber ist mit der Zeit überlastet und entgiftet nicht mehr richtig. Die Chemikalien lagern sich in den Zellen und im Gewebe ab.

6. Gentechnischveränderte Nahrungsmittel (GMOS = Genetically modified Organisms)

Diese sind in der Lage in unserem Körper grosse Schäden anzurichten. In Amerika haben viele Bauern, die Wurst herstellen, das Problem, dass sie auf Grund des gentechnisch veränderten Tierfutters die Därme von US-Tieren nicht mehr verwenden können, da sie zerfallen, sie werden brüchig. Die Därme dienen in der Wurstherstellung als Hülle.

Was also richten GMOS in unserem Körper an? Viele kennen das Problem vom Leaky Gut, dem durchlässigen Darm. Aber auch viele andere Erkrankungen können durch die GMOS begünstigt werden.

7. Essen, was es zu essen gibt

Heute haben wir auf alle Arten von Lebensmitteln Zugriff. Wir können sehr abwechslungsreiche und vielfältige Nahrung zu uns nehmen. Doch ist vielleicht gerade das auch das grosse Problem? Früher gab es zu essen, was der Ort und das Land zu geben hatten. Inkas konnten keinen fettreichen Fisch der Eskimos essen, genauso konnten Indianer kein Rohmilchkäse aus der Schweiz essen.


8. Böden voller Nährstoffe

Gemüse und Früchte weisen heute bis zu 75% weniger Mineralien und Vitamine auf als dies noch vor 50 Jahren der Fall war.


Fazit:

Die Art und Weise wie wir uns ernähren hat grossen Einfluss auf unser Wohlbefinden. Welche Ernährungsweise für uns gut ist, hängt sehr stark mit der Ausprägung unseres Nervensystems und mit der Stoffwechsellage zusammen. Eine Haarmineralanalyse kann da Aufschluss geben.


Wichtig ist, dass wir regionale, saisonale und biologische oder Demeter-Produkte verwenden. Bei der Auswahl des Fleisches sollte auf grassgefütterte Tierhaltung geachtet werden, am besten direkt vom Hof. Milchprodukte in Rohmilchqualität. Zucker sehr sparsam und wenn dann in Form von frischen Früchten (aber auch da, nicht jeder verträgt dieselben Früchte), Honig, Rohrzucker oder Ahornsirup gegessen werden.

Tipp:

Der Arzt Dr. Pottenger, der Psychiater Dr. Daniel Funkenstein, der Orthodontist Dr. William Kelley und zuletzt der Arzt Dr. Nicholas Gonzales haben die Erkenntnisse von Dr. Weston A. Price aufgegriffen und auf das Nervensystem adaptiert. Dabei konnten sie vielen Menschen mit allem möglichen Beschwerden helfen. Doch leider konnte sich diese Art von natürlicher Therapie gegen die grosse Pharmaindustrie nicht durchsetzen. Zu gut sind die Ansätze!

Matt Janes, „Neuroscience and Nutrition“, hat diese Ansätze in einem Online-Programm „A new model for mental health“ zusammengefasst. https://www.mattjanes.com.


____________________________________________________________________

1 Simopoulos AP.: „The importance of the ratio of omega-6/omega-3 essential fatty acids“, Journal of Pharmaceutical and Biomedical Analysis, Oktober 2002, Volume 56 Nr. 8, S. 365-379.

2 Nair, J.: „High dietary omega-6 polyunsaturated fatty acids drastically increase the formation of etheno-DNA base adducts in white blood cells of female subjects“,Cancer Epidemiology, Biomarkers & Prevention, August 1997, Volume 6 Nr. 8, S. 597-601

3 PMS to Menopause: Female Hormones in Context: https://archive.org/details/FROMPMSToMENOPAUSE/mode/2up


4 Chowdhury, R. et al.: „Association of Dietary, Circulating, and Supplement Fatty Acids With Coronary Risk: A Systematic Review and Meta-Analysis“, Annals of Internal Medicine, März 2014, Vol. 160 Nr. 6, S. 398-406


5 https://articles.mercola.com/sites/articles/archive/2009/10/13/artificial-sweeteners-more-dangerous-than-you-ever-imagined.aspx