Epigenetische Störungen nach Dr. William Walsh und die betroffenen Nährstoffe

Aktualisiert: 21. Apr.

Nach der Arbeit mit mehr als 30.000 Patienten hat Dr.William Walsh spezifische chemische Ungleichgewichte identifiziert, die zu emotionalen und mentalen Problemen führen wie u.a. Depression, Ängste, Schizophrenie, Autismus, ADHS/ADS und Alzheimer. Aus seinen Erfahrungen heraus identifizierte er sechs verschiedene epigenetische Störungen: Untermethylierung (ca. 21% der Bevölkerung), Folatmangel oder Übermethylierung (ca. 9% der Bevölkerung), Kupferüberladung, Zinkmangel, Pyrrolstörung und toxische Metalle.

Stark vereinfacht ausgedrückt: Untermethylierer haben einen Mangel an Methylgruppen und können von mehr Methylspendern profitieren, während Übermethylierer zu viele Methylgruppen haben. Beide Extreme können unangenehme und unkomfortable Symptome verursachen, die sich häufig auf die psychische Gesundheit auswirken.

Laut Dr. Walsh sprechen nur etwa 38 - 50 % der Menschen, die an Depressionen o.ä. leiden, auf konventionelle Selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRIs) und Ähnliches an, was gut mit der vorliegenden Forschung korreliert. In den meisten Fällen kämpft jedoch mehr als die Hälfte mit teilweise schweren Nebenwirkungen der verschriebenen Medikamente.


Epigenetik ist:

  • Ein natürlicher Prozess, der in den neun Monaten der Schwangerschaft einsetzt und die Methylierung der DNA beinhaltet.

  • Sie bestimmt, welche Gene ein- oder ausgeschaltet werden.

  • Sie reguliert, welche Nährstoffe mit dem Körper interagieren

  • Das An- oder Ausschalten von Genen wird durch Umwelteinflüsse und traumatische Erfahrungen nach der Geburt verändert

  • Walsh glaubt, dass Krebs ein epigenetischer Prozess ist, bei dem Umwelteinflüsse die DNA überwältigen

  • Er glaubt, dass auch Schizophrenie, Autismus und PTSD, ADHS/ADS und Alzheimer epigenetische Krankheiten sind.

  • Epigenetik erklärt, wie Nährstoffe das Gehirn beeinflussen


1. Untermethylierung

  • Niedriges Serotonin und Dopamin; i.d.R. besser mit SSRI's

  • Wichtigste benötigte Nährstoffe: SAMe, Methionin, TMG (Trimethylglycin), B12, Inositol, Serin.

  • Weitere Nährstoffe: Vitamin B2, B6, A, C und E, Zink, Kalzium, Magnesium, Kreatin (hilft SAMe zu schonen)

  • Vermeiden Sie: Folat (kann Methylierung hemmen und Depressionen verstärken, wird allerdings von Untermethylierern ohne Depressionen oft gut vertragen), Cholin, Mangan, Kupfer und DMAE, da sie die Chromatin-Acetylierung erhöhen.

  • Indikatoren: niedriges SAMe/SAH-Verhältnis, hohes Histamin im Blut (da Abbaukapazität/Methylierung) gehemmt ist), hohe Basophile, normales bis hohes Homocystein.

  • Merkmale: Zwangsstörung, saisonale Allergien, Perfektionismus, ungünstige Reaktion auf Folsäure, gutes Ansprechen auf SSRI, selbstmotiviert, geringe Schmerztoleranz, starker Wille, hohe Suizidalität, spärliche Brust-, Bein- und Armhaare, Verleugnung von Depressionen, Depressionen in der Familie, hohe Leistungen, Grübeln über vergangene Ereignisse, hohe Libido, hohe Fluidität, wettbewerbsorientiert, Suchttendenzen, ruhig nach aussen/innen Unruhig, häufige Kopfschmerzen, oppositioneller Trotz.

  • Ursachen: Die Ursachen für eine Untermethylierung sind in der Regel eine Kombination aus den folgenden Faktoren: Eiweissmangel (Untermethylierer kommen mit einer Ernährung mit wenig tierischem Eiweiss, z. B. vegan und vegetarisch, nicht gut zurecht), Malabsorption. Histaminüberlastung (die Darmgesundheit ist ein wichtiger Faktor), Genetische Mutationen (MTHFR, MS, COMT, usw.)

2. Folatmangel/Übermethylierung

  • Erhöhtes Serotonin, Dopamin

  • Wichtigste benötigte Nährstoffe: Folat (Übermethylierer neigen dazu, von Folaten zu leben), Niacinamid (B3 hilft, überschüssige Methylgruppen aufzufangen), Vitamin B12, Cholin, DMAE, Mangan (reduziert die synaptische Aktivität von Dopamin).

  • Weitere Nährstoffe: Vitamin B1, B2, B5, B6, A, C und E, Zink, Glycin (Kollagen kann eine gute Quelle sein)

  • Vermeiden Sie: SAMe und Methionin; 5-HTP; Tryptophan

  • Indikatoren: Hohes SAM/SAH-Verhältnis, niedriges Histamin im Blut, niedriges Homocystein, niedrige Basophile

  • Merkmale: Panikstörungen oder Angstzustände, unerwünschte Reaktion auf SSRIs, Nahrungsmittelunverträglichkeiten, sehr künstlerisch veranlagt, Restless Legs, nicht wettbewerbsorientiert, Hyperaktivität, Schmerzen im Oberkörper/Kopf/Nacken, Besserung nach Beruhigungsmitteln, Fehlen von saisonalen Allergien, niedrige Libido, Hirsutismus, Schlafstörung, Leistungsschwäche, hohe Schmerzschwelle, Östrogenintoleranz, Kupferintoleranz. Kann von Natur aus fürsorglich und grosszügig sein.

  • Ursachen: Beeinträchtigte Kreatinsynthese (genetisch und/oder Glycin- oder Argininmangel)

Genetik, wie Methyltransferase- und/oder CBS-Genmutationen [3].

3. HPU (Pyrrolstörung)

  • Reduziertes Serotonin, Dopamin und GABA

  • Wichtigste benötigte Nährstoffe: Glutathion, Zink und Vitamin B6 und P5P (aktiviertes Vitamin B6), Vitmain C und E, Biotin

  • Indikatoren: Erhöhte Pyrrole im Urin, Zinkmangel, Vitamin B6 Mangel, starker oxidativer Stress

  • Merkmale: Starke Stimmungsschwankungen, Unfähigkeit mit Stress umzugehen, Wutanfälle, fehlende Traumerinnerung, Sonnenbrandneigung, Unfähigkeit sich zu bräunen, morgendliche Übelkeit, Empfindlichkeit gegenüber hellem Licht und Belastungsgeräuschen, Menstruationsstörungen, Amenorrhoe; verzögerte Pubertät und deutliches Wachstum nach dem 16. Lebensjahr, Lesestörungen und akademische Minderleistungen, Angst und Pessimismus, schlechte Wundheilung, Akne, vorzeitiges Ergrauen der Haare, weisse Flecken auf den Fingernägeln, Nahrungsmittelunverträglichkeiten isolieren sich selbst, neigen dazu, von Katastrophen besessen zu sein. Spricht schnell auf eine Nährstofftherapie an. Häufig bei antisozialer Persönlichkeitsstörung (Soziopathen).

4. Kupferüberladung

  • Erhöhtes Noradrenalin und Adrenalin

  • Wichtigste benötigte Nährstoffe: Zink, Vitamin B6, Mangan (meiden falls untermethyliert) Selen, Vitamin C und E, kupferarme Ernährung

  • Indikatoren: erhöhtes Serumkupfer, niedriges Coeruloplasmin, niedriges Plasmazink, niedrige Metallothionein Aktivität

  • Merkmale: Energiemangel, Schlafstörungen, hohe Ängstlichkeit, vermindertes Interesse an zuvor genossenen Aktivitäten, postnatale Depression, Ohrensausen, Empfindlichkeit gegenüber billigen Metallen, Östrogenunverträglichkeit, Östrogendominanz, mehr als 95% sind Frauen.

5. Zinkmangel

  • Wichtigste benötigte Nährstoffe: Zink, Vitamin B6, Selen, Vitamin A, C und E

  • Indikatoren: niedriges Plasmazink, erhöhter oxidativer Stress, teilweise hohes Kupfer

  • Merkmale: Probleme das Temperament zu kontrollieren, Wutausbrüche, starke emotionale Reizbarkeit, Abneigung gegen das Frühstücken, verzögertes Wachstum (bei Männern auch der Genitalien), schwaches Immunsystem, verzögerte Pubertät, hohes Mass an oxidativem Stress, schlechte Wundheilung, Akne, vorzeitiges Ergrauen der Haare, weisse Flecken auf den Fingernägeln, Nahrungsmittelunverträglichkeiten.

  • Anmerkung: Pyrrolurie, Zinkmangel und Kupferüberschuss korrelieren oft miteinander. Da Zinkmangel ein Teil der Pyrrolstärung ist, sind die Symptome sehr ähnlich. Zink und Kupfer sind Gegenspieler. Ein Zinkmangel hat somit oft auch einen Kupferüberschuss zur Folge bzw. niedriges Coeruloplasmin.

6. Toxische Metallüberlastung

  • Wichtigste benötigte Nährstoffe: Zink, Mangan (nicht wenn untermethyliert), Selen, Glutathion, Glycin, NAC, MT-Promoter, Vitamin C und E

  • Merkmale: Abwesenheit von Trauma oder emotionalen Auslösern, abdominales Leiden, anhaltende Depression, kognitive Defizite (nur bei Kindern), metallischer Geschmack im Mund, schlechter Atem, Reizbarkeit, Wut, Nahrungsmittelempfindlichkeiten, hoher oxidativer Stress. Störungen im Metallothionein (MT) Haushalt, Mangel an Antioxidantien, Störungen in der Entgiftung von Quecksilber und anderen Schwermetallen, geschwächte Blut-Hirn oder Intestinalschranke (Leaky Gut), schwaches Immunsystem, Fehler im Zinktransportsystem.

  • Anmerkungen: Schwierig zu diagnostizieren. Zuerst müssen Untermethylierung, Folatmangel, Kupferüberladung, Pyrrolstörung, Kasein- und Glutenunverträglichkeit, sowie Schilddrüsenungleichgewichte ausgeschlossen werden. Metallothionein (MT) wirkt unter anderem als Antioxidanz und ist im Grunde wichtiger als Glutathion. Fehlt Glutathion springt in der Regel MT ein. Viele Menschen (besonders auch Autisten oder auch degenerativ erkrankte Menschen) entgiften nicht richtig, da beide Systeme nicht einwandfrei funktionieren. MT stellen ein Netz her, was den Körper vor eindringenden schädlichen Einflüssen schützt, dazu gehört auch die Abwehr (z.B. im Darm) und der Abtransport von Schwermetallen. Störungen im MT Haushalt können ebenfalls zu psychischen Erkrankungen durch Toxizität führen.

Die Diagnostik für diese Ungleichgewichte erfolgt mittels Blut- und Urinproben, sowie einer gründlichen Anamnese.




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Referenzen:

  1. https://www.walshinstitute.org/uploads/1/7/9/9/17997321/depression_pp_2.pdf

  2. https://askdrgil.com/walsh-protocol/

  3. https://restorativemedicine.org/digest/five-depression-biotypes/

  4. https://www.walshinstitute.org