Epigenetische Störungen nach Dr. William Walsh und die betroffenen Nährstoffe

Nach der Arbeit mit mehr als 30.000 Patienten hat Dr.William Walsh spezifische chemische Ungleichgewichte identifiziert, die zu emotionalen und mentalen Problemen führen wie u.a. Depression, Ängste, Schizophrenie, Autismus, ADHS/ADS und Alzheimer. Aus seinen Erfahrungen heraus identifizierte er sechs verschiedene epigenetische Störungen: Untermethylierung, Folatmangel oder Übermethylierung, Kupferüberladung, Zinkmangel, Pyrrolstörung und toxische Metalle.

Laut Dr. Walsh sprechen nur etwa 38 - 50 % der Menschen, die an Depressionen o.ä. leiden, auf konventionelle Selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRIs) und Ähnliches an, was gut mit der vorliegenden Forschung korreliert. In den meisten Fällen kämpft jedoch mehr als die Hälfte mit teilweise schweren Nebenwirkungen der verschriebenen Medikamente.


1. Untermethylierung

  • Niedriges Serotonin und Dopamin; i.d.R. besser mit SSRI's

  • Wichtigste benötigte Nährstoffe: SAMe, Methionin, TMG (Trimethylglycin), Vitamin B6, Vitamin A, C und E, Inositol, Serin.

  • Vermeiden Sie: Folat, Cholin, Mangan, Kupfer und DMAE, da sie die Chromatin-Acetylierung erhöhen.

  • Indikatoren: niedriges SAMe/SAH-Verhältnis, hohes Histamin im Blut, hohe Basophile, normales bis hohes Homocystein.

  • Merkmale: Zwangsstörung, saisonale Allergien, Perfektionismus, ungünstige Reaktion auf Folsäure, gutes Ansprechen auf SSRI, selbstmotiviert, geringe Schmerztoleranz, starker Wille, hohe Suizidalität, spärliche Brust-, Bein- und Armhaare, Verleugnung von Depressionen, Depressionen in der Familie, hohe Leistungen, Grübeln über vergangene Ereignisse, hohe Libido, hohe Fluidität, wettbewerbsorientiert, Suchttendenzen, ruhig nach aussen/innen Unruhig, häufige Kopfschmerzen, oppositioneller Trotz.

2. Folatmangel/Übermethylierung

  • Erhöhtes Serotonin, Dopamin

  • Wichtigste benötigte Nährstoffe: Folsäure, Vitamin B12, Niacinamid, Cholin, DMAE, Mangan (reduziert die synaptische Aktivität von Dopamin), Zink, Vitamin B6 und Vitamin A, C und E.

  • Vermeiden Sie: SAMe und Methionin; 5-HTP; Tryptophan

  • Indikatoren: Hohes SAM/SAH-Verhältnis, niedriges Histamin im Blut, niedriges Homocystein, niedrige Basophile

  • Merkmale: Panikstörungen oder Angstzustände, unerwünschte Reaktion auf SSRIs, Nahrungsmittelunverträglichkeiten, sehr künstlerisch veranlagt, Restless Legs, nicht wettbewerbsorientiert, Hyperaktivität, Schmerzen im Oberkörper/Kopf/Nacken, Besserung nach Beruhigungsmitteln, Fehlen von saisonalen Allergien, niedrige Libido, Hirsutismus, Schlafstörung, Leistungsschwäche, hohe Schmerzschwelle, Östrogenintoleranz, Kupferintoleranz. Kann von Natur aus fürsorglich und grosszügig sein.

3. HPU (Pyrrolstörung)

  • Reduziertes Serotonin, Dopamin und GABA

  • Wichtigste benötigte Nährstoffe: Glutathion, Zink und Vitamin B6 und P5P (aktiviertes Vitamin B6), Vitmain C und E, Biotin

  • Indikatoren: Erhöhte Pyrrole im Urin, Zinkmangel, Vitamin B6 Mangel, starker oxidativer Stress

  • Merkmale: Starke Stimmungsschwankungen, Unfähigkeit mit Stress umzugehen, Wutanfälle, fehlende Traumerinnerung, Sonnenbrandneigung, Unfähigkeit sich zu bräunen, morgendliche Übelkeit, Empfindlichkeit gegenüber hellem Licht und Belastungsgeräuschen, Menstruationsstörungen, Amenorrhoe; verzögerte Pubertät und deutliches Wachstum nach dem 16. Lebensjahr, Lesestörungen und akademische Minderleistungen, Angst und Pessimismus, schlechte Wundheilung, Akne, vorzeitiges Ergrauen der Haare, weisse Flecken auf den Fingernägeln, Nahrungsmittelunverträglichkeiten isolieren sich selbst, neigen dazu, von Katastrophen besessen zu sein. Spricht schnell auf eine Nährstofftherapie an. Häufig bei antisozialer Persönlichkeitsstörung (Soziopathen).

4. Kupferüberladung

  • Erhöhtes Noradrenalin und Adrenalin

  • Wichtigste benötigte Nährstoffe: Zink, Vitamin B6, Mangan (meiden falls untermethyliert) Selen, Vitamin C und E, kupferarme Ernährung

  • Indikatoren: erhöhtes Serumkupfer, niedriges Coeruloplasmin, niedriges Plasmazink, niedrige Metallothionein Aktivität

  • Merkmale: Energiemangel, Schlafstörungen, hohe Ängstlichkeit, vermindertes Interesse an zuvor genossenen Aktivitäten, postnatale Depression, Ohrensausen, Empfindlichkeit gegenüber billigen Metallen, Östrogenunverträglichkeit, Östrogendominanz, mehr als 95% sind Frauen.

5. Zinkmangel

  • Wichtigste benötigte Nährstoffe: Zink, Vitamin B6, Selen, Vitamin A, C und E

  • Indikatoren: niedriges Plasmazink, erhöhter oxidativer Stress, teilweise hohes Kupfer

  • Merkmale: Probleme das Temperament zu kontrollieren, Wutausbrüche, starke emotionale Reizbarkeit, Abneigung gegen das Frühstücken, verzögertes Wachstum (bei Männern auch der Genitalien), schwaches Immunsystem, verzögerte Pubertät, hohes Mass an oxidativem Stress, schlechte Wundheilung, Akne, vorzeitiges Ergrauen der Haare, weisse Flecken auf den Fingernägeln, Nahrungsmittelunverträglichkeiten.

  • Anmerkung: Pyrrolurie, Zinkmangel und Kupferüberschuss korrelieren oft miteinander. Da Zinkmangel ein Teil der Pyrrolstärung ist, sind die Symptome sehr ähnlich. Zink und Kupfer sind Gegenspieler. Ein Zinkmangel hat somit oft auch einen Kupferüberschuss zur Folge bzw. niedriges Coeruloplasmin.

6. Toxische Metallüberlastung

  • Wichtigste benötigte Nährstoffe: Zink, Mangan (nicht wenn untermethyliert), Selen, Glutathion, Glycin, NAC, MT-Promoter, Vitamin C und E

  • Merkmale: Abwesenheit von Trauma oder emotionalen Auslösern, abdominales Leiden, anhaltende Depression, kognitive Defizite (nur bei Kindern), metallischer Geschmack im Mund, schlechter Atem, Reizbarkeit, Wut, Nahrungsmittelempfindlichkeiten, hoher oxidativer Stress. Störungen im Metallothionein (MT) Haushalt, Mangel an Antioxidantien, Störungen in der Entgiftung von Quecksilber und anderen Schwermetallen, geschwächte Blut-Hirn oder Intestinalschranke (Leaky Gut), schwaches Immunsystem, Fehler im Zinktransportsystem.

  • Anmerkungen: Schwierig zu diagnostizieren. Zuerst müssen Untermethylierung, Folatmangel, Kupferüberladung, Pyrrolstörung, Kasein- und Glutenunverträglichkeit, sowie Schilddrüsenungleichgewichte ausgeschlossen werden. Metallothionein (MT) wirkt unter anderem als Antioxidanz und ist im Grunde wichtiger als Glutathion. Fehlt Glutathion springt in der Regel MT ein. Viele Menschen (besonders auch Autisten oder auch degenerativ erkrankte Menschen) entgiften nicht richtig, da beide Systeme nicht einwandfrei funktionieren. MT stellen ein Netz her, was den Körper vor eindringenden schädlichen Einflüssen schützt, dazu gehört auch die Abwehr (z.B. im Darm) und der Abtransport von Schwermetallen. Störungen im MT Haushalt können ebenfalls zu psychischen Erkrankungen durch Toxizität führen.

Die Diagnostik für diese Ungleichgewichte erfolgt mittels Blut- und Urinproben, sowie einer gründlichen Anamnese.




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Referenzen:

  1. https://www.walshinstitute.org/uploads/1/7/9/9/17997321/depression_pp_2.pdf

  2. https://askdrgil.com/walsh-protocol/

  3. https://restorativemedicine.org/digest/five-depression-biotypes/

  4. https://www.walshinstitute.org