Epigenetik - Was ist das?

Aktualisiert: Juni 1





Der Begriff „Epigenetik“ besteht aus den Wörtern Genetik und Epigenese (Entwicklung eines Lebewesens). Sie gilt als Bindeglied zwischen Umwelteinflüssen und Genen: Sie bestimmt unter welchen Einflüssen bzw. Umständen welches Gen eingeschaltet und wieder ausgeschaltet wird. Man spricht hier von der Genregulation. Nach jahrzehntelanger Forschung in der Genetik weiss man heute, dass Gene nicht nur steuern, sondern sie auch gesteuert werden. Durch die Epigenetik lässt sich erklären warum gewisse Menschen wenig Stressresistenz haben, andere unter den gleichen Umständen mehr. Warum gewisse Menschen Krebs bekommen, andere mit dem selben Gen aber nicht. Die Gene sind dabei völlig in Ordnung, sie werden auf Grund von Nährstoffungleichgewichten jedoch falsch ausgelesen.

Jeder Mensch hat seine eigene Biochemie, die zu unterschiedlichen Nährstoffbedürfnissen führt. Individuen können einen Mangel an bestimmten Nährstoffen haben und einen Überschuss an anderen. Fortschritte in der epigenetischen Wissenschaft haben den starken Einfluss von Nährstoffen auf die Genexpression besiegelt und u.a. eine verbesserte Behandlung von psychischen Störungen ermöglicht. Neurotransmitter, die bei psychischen Störungen eine Rolle spielen, scheinen bei der Absorption, dem Metabolismus und der Speicherung von Schlüsselnährstoffen epigenetisch zu sein. Zum Beispiel wissen wir jetzt, dass Methionin und SAMe wie Serotonin-Wiederaufnahmehemmer wirken und Folate und Niacinamid die Neurotransmission an Dopaminrezeptoren dämpfen.

Die DNA in den Zellen ist die Bauanleitung für unseren Körper, sie ist die Geheimschrift zur Herstellung von Proteinen. Damit Proteine hergestellt werden können, wird die DNA mittels Enzyme ausgelesen. Proteine werden für den Aufbau jeglichen Gewebes benötigt, inkl. Hormone und Neurotransmitter. Bei Epigenetischen Störungen werden diese DNA-Sequenzen von den Enzymen nicht optimal ausgelesen. Dies führt dann zu Störungen im Methylierungsprozess,

was Krankheiten wie Hormondysbalancen, Herz-Kreislauferkrankungen, Depressionen, ADS/ADHS, Autismus, Schizophrenie oder auch Fettleibigkeit, etc. zur Folge haben kann.

Ein Pionier auf diesem Gebiet ist Dr. William Walsh (Das Buch von Dr. William Walsh ist sehr zu empfehlen).


Epigenetik ist:

  • Ein natürlicher Prozess, der in den neun Monaten der Schwangerschaft einsetzt und die Methylierung der DNA beinhaltet.

  • Sie bestimmt, welche Gene ein- oder ausgeschaltet werden.

  • Sie reguliert, welche Nährstoffe mit dem Körper interagieren

  • Das An- oder Ausschalten von Genen wird durch Umwelteinflüsse und traumatische Erfahrungen nach der Geburt verändert

  • Walsh glaubt, dass Krebs ein epigenetischer Prozess ist, bei dem Umwelteinflüsse die DNA überwältigen

  • Er glaubt, dass auch Schizophrenie, Autismus und PTSD, ADHS/ADS und Alzheimer epigenetische Krankheiten sind.

  • Epigenetik erklärt, wie Nährstoffe das Gehirn beeinflussen