Eisenmangel - Eisenüberladung (hereditäre Hämochromatose)

Eisenmangel ist ein weiterverbreitetes Phänomen, die hereditärer Hämochromatose auch Eisenspeicherkrankheit genannt (oder milderen Formen der Eisenüberladung) allerdings nicht, da sie nicht annähernd so häufig (aber doch häufiger als angenommen) vor kommt.


Eisenmangel

Durch den Eisenmangel wird zu wenig Hämoglobin produziert und somit zu wenig Sauerstoff zu den verschiedenen Organen transportiert.

Als Therapie werden Infusionen verabreicht oder das Eisen mittels Nahrungsergänzungsmittel supplementiert. Doch ein Überschuss an Eisen kann für den Körper mehr Stress bedeuten als ein angeblicher Mangel. Der Körper kann das Eisen nicht auf natürlichem Wege auszuscheiden. Das Eisen lagert sich im Gewebe ab „rostet“, was zu erheblichen Problemen führen kann. Dieser Mechanismus wird verstärkt wenn die genetischbedingte hereditäre Hämochromatose vorliegt (siehe unten).

Vom Eisenmangel betroffen sind nicht nur Frauen. Auch immer mehr Männer haben das Problem, dass das Eisen tief ist und nach Infusionen oder oraler Therapie nicht steigt oder nicht gehalten werden kann. Dahinter steckt oft ein Kupferungleichgewicht. Kupfer und auch Blei senken direkt die Hämoglobinsynthese. Wird das Kupferungleichgewicht reguliert, kann der Körper auch das Eisen halten.

Für die Bestimmung eines Eisenmangels sollten immer 4 Parameter gemessen werden:

Eisen, Ferritin (Eisenspeicher), Transferrin (Eisentransport), Eisenbindungsfaktor (wieviel Eisen ist in Form von Ferritin gebunden). Oftmals wir nur das Ferritin gemessen, dies alleine reicht aber eigentlich nicht aus um einen manifesten Eisenmangel zu diagnostizieren.


Symptome von Eisenmangel:

  • Müdigkeit

  • Vergesslichkeit und Konzentratonsschwäche

  • Blässe/blasse Schleimhäute

  • Haarausfall

  • Brüchige Nägel

  • Mundwinkelrhagaden

  • Infektanfälligkeit

  • Depressionen/Ängstlichkeit

  • Kurzatmigkeit

  • Restless-Leg-Syndrom


Hereditärer Hämochromatose

Die hereditärer Hämochromatose, auch Eisenspeicherkrankheit genannt, ist eine genetischbedingte Krankheit, die den Körper dazu veranlasst zu viel Eisen aus der Nahrung aufzunehmen und zu speichern. Das Eisen wird in verschiedenen Organen, vor allem aber in der Leber und im Herz eingelagert. Es kann auch im Gehirn, den Gelenken oder der Bauchspeicheldrüse eingelagert werden. Das überschüssige Eisen im Körper kann Organe vergiften das es oxidiert, es wirkt wie Rost. Dies beschleunigt den Alterungsprozess und kann zu Erkrankungen wie Krebs, Herz-Kreislauferkrankungen, Gefässerkrankungen und Leberzirrhose oder Gicht führen. Weiter kann es zu Schilddrüsenfunktionsstörungen, bei Männern zu erektilen Dysfunktionen und Diabethes führen und gerade in jungen Jahren kann es auch zur Unfruchbarkeit beitragen.

Das Eisen kann durch regelmässige Aderlässe gesenkt werden.

Die Eisenspeicherkrankheit wird oft erst spät erkannt. Bei Männern zeigt sich diese früher (zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr), bie Frauen oft erst nach den Wechseljahren.


Während die Symptome in den frühen Stadien der hereditären Hämochromatose oder Eisenüberladung oft unauffällig sind, kann es bei fortschreitender Erkrankung zu folgenden Störungen kommen:

  • Herzrhythmusstörungen

  • Diabetes

  • Schilddrüsenunterfunktion

  • Hormonelle Probleme

  • Verlust der Libido

  • Unfruchtbarkeit

  • Impotenz

  • Herzkrankheit

  • Lebererkrankung

  • Gelbfärbung der Haut

  • Gelenkschmerzen

  • Schwäche

  • Übelkeit

  • Unterleibsschmerzen

  • Arthritis

  • Gewichtsverlust

  • Haarausfall

  • Depressionen

  • Hohes Bilirubin und erhöhte Leberenzyme in Labortests können ebenfalls auf eine Eisenüberladung hinweisen.


Wie häufig ist die hereditäre Hämochromatose oder Eisenüberladung?

Es gibt zwei Haupt-HFE-Gene die eine Überladung mit Eisen verursachen: C282Y und H63D.

Die Abkürzung HFE bedeutet „Hight Fe“, Fe ist dabei das Elementsymbol für Eisen.

Die übliche Diagnose für Hämochromatose durch die medizinische Gemeinschaft erfordert das Vorhandensein von zwei Kopien (eine von jedem Elternteil, homozygot genannt) von entweder C282Y oder H63D, damit sich die Krankheit entwickeln kann. Dies ist bei etwa 1 von 200 Menschen der Fall, was die Hämochromatose zu einer der häufigsten genetischen Krankheiten in in Europa macht.


Aber auch Menschen ohne die Standarddiagnose der hereditären Hämochromatose können zu einer Eisenüberladung neigen.


Wie können hohe Eisenspiegel reduziert werden?

  • Blutspenden oder Aderlässe in einer Häufigkeit, die mit dem Eisenspiegel korreliert.

  • Meiden oder Reduktion von Lebensmitteln wie rotes Fleisch und Leber. Ist die Ernährung allerdings zu sehr eingeschränkt, kann es auf anderer Ebene wieder zu Ungleichgewichten kommen.

  • Vermeiden von mit Eisen angereicherten Lebensmittel (die meisten verarbeiteten Lebensmittel) und Eisenpräparate, einschließlich eisenhaltiger Multivitamine

  • Verwendung von Nahrungsergänzungsmitteln, die Eisenchelatoren sind, wie Curcumin und Traubenkernextrakt.

  • Reduzieren oder begrenzen des Alkoholkonsum, da Alkohol die Eisenabsorption erhöht

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Referenzen:

http://www.irondisorders.org

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/11479183

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15266614

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3821171/

http://www.townsendletter.com/May2009/chelation0509.htm

https://articles.mercola.com/sites/articles/archive/2017/05/31/managing-iron-levels.aspx#_edn10

https://chriskresser.com/iron-behaving-badly-the-role-of-iron-overload-in-metabolic-disease/

https://articles.mercola.com/sites/articles/archive/2013/06/05/elevated-iron-levels.aspx