• Annic Scholer

Die Antibaby-Pille

In den 60er Jahren kam die Pille zum ersten Mal auf den Markt. Sie legte den Grundstein der Befreiung der weiblichen Sexualität. Frauen konnten endlich selbst bestimmen, ob und wann sie schwanger werden wollten und ihre Sexualität ebenso ungehemmt ausleben wie die Männer. Ein weiterer Vorteil für die Frauen waren die netten Begleiterscheinungen wie reinere Haut und eine schmerzlose Periode (heute kommt die Pille häufig auch aus diesen Gründen zum Einsatz).

Doch unterm Strich ist und bleibt die Pille ein Medikament. Ein chemisches Hormonpräparat, das wir einem gesunden Körper zuführen, welches diesen in vielen Körperfunktionen manipuliert und die nicht frei von Nebenwirkungen ist.

Tatsache ist, die Pille verändert unseren Körper. Und zwar nicht nur, weil sie unserem Körper vorgaukelt schwanger zu sein, sondern auch in Haut und Haare übergeht, weil sie unsere Libido, unsere Psyche und sogar unsere Partnerwahl* beeinflusst. Ausserdem ist die Pille eines: Sie ist reine Frauensache. Mit Einführung der Anti-Baby-Pille bekamen Frauen zwar mehr Freiheit, aber auch oft stillschweigend die Verantwortung.


Unter Einnahme der Pille verändert sich das Hormongleichgewicht im Körper und im Gehirn. Die geballte Ladung an Hormonen gaukelt dem Körper vor schwanger zu sein. Die Frau erlebt keinen Zyklus mehr. Wird der Eisprung unterdrückt, folgt keine Blutung. Die Blutung, die unter der Einnahme der Pille erfolgt, ist eine reine Abbruchblutung, keine Periode. Der Hormonspiegel bleibt konstant. Dazu kommt, dass der Körper die eigene Hormonproduktion herunter reguliert, da von aussen genügend andere Hormone kommen. Die künstlich zugeführten Hormone blockieren die Rezeptoren, die normalerweise für die körpereigenen gedacht sind oder verändern sie und machen diese gegenüber den körpereigenen Hormonen unempfindlich. Leider kann sich das auch lange nach dem Absetzten der Pille noch bemerkbar machen. Forscher haben herausgefunden, dass Rezeptoren noch Jahre nach Absetzten der Pille verändert oder blockiert sind.

Da die Pille das Testosteron unterdrückt, kämpfen Frauen unter der Einnahme der Pille oftmals mit Libidoverlust. Dazu kommt, dass die Pille Nährstoffmängel zur Folge hat. Betroffen sind vor allem Folsäure, B2, B6, B12, Vitamin C, Magnesium, Zink auch Vitamin E und A können von der Pille beeinflusst werden. Sind nicht mehr genügend Nährstoffe da, stellt der Körper weniger Energie her und der Stoffwechsel verlangsamt sich.

Zuletzt sind auch die Nebennieren von der Einnahme der Pille betroffen. Durch die Verschiebung des Gleichgewichtes geraten sie in den Stressmodus: Adrenalin und Kortisol werden vermehrt ausgeschieden. Die Folgen sind nicht selten eine Schilddrüsenunterfunktion.


Während einige Frauen bereits unter Einnahme der Pille mit starken Nebenwirkungen wie Ängsten, Gewichtszunahme durch Einlagerung von Wasser, Stimmungsschwankungen, etc. zu kämpfen haben, beginnen bei anderen diese Symptome nach dem Absetzten der Pille.


Beim absetzen der Pille wird das künstlich hergestellte System unterbrochen. Da der Körper seine eigene Hormonproduktion herunter reguliert hat, muss er zuerst wieder lernen, die Hormone selber herzustellen und im zyklischen Gleichgewicht der Frau zu produzieren. Viele Frauen haben danach lange keinen Zyklus mehr. Sinken nach dem absetzen der Pille Östrogen und Progesteron ab, steigt das unter der Einnahme der Pille unterdrückte Testosteron oftmals rasant an, was zu unreiner Haut führen kann.

Weiter kommen Blutzuckerschwankungen dazu, die bis zu Panikattacken reichen, da nun die Nebennieren komplett überfordert sind. Nicht selten zeigen sich Erschöpfung und Burnout. Eine Verbindung zum Absetzten der Pille wird aber nicht gemacht.


Die Frage die sich mir stellt ist, was tun wir da eigentlich? Unser heutiges Gesundheitsbewusstsein in Sachen Ernährung, Kosmetik, Fitness ist immens, doch gleichzeitig schlucken wir ohne darüber nachzudenken, was diese mit uns macht, täglich eine wundersame kleine Tablette.

Weiterführende Links:

Was verändert sich durch die Pille im Körper

Generation Pille


* Man weiss heute, dass die Pille die Partnerwahl beeinflusst. Setzt die Frau die Pille ab, kann es sein, dass sie den Partner nicht mehr attraktiv findet, dass sie mit der Sexualität plötzlich unzufrieden ist oder auch vom Partner nicht mehr als attraktiv empfunden wird. Dies hängt damit zusammen, dass sich mit veränderter Hormonlage die Pheromone (kleine Botenstoffe, die über die Haut abgesondert werden und als Duft wahrgenommen werden) verändern. Man sagt dann buchstäblich: „Ich kann dich nicht mehr riechen“.

Annic Scholer

078 919 68 79

annic.scholer@gmail.com

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