Insulinresistenz

Aktualisiert: Apr 22

Viele Menschen mit geschwächten oder erschöpften Nebennieren haben meistens auch mit starken Blutzuckerschwankungen oder Unterzuckerung zu kämpfen. Als Blutzucker bezeichnet man die Konzentration von Glukose im Blut. Anhand des Blutzuckergehalts im Blut kann der Körper zwischen Leben und Überleben unterscheiden.


Der Körper hat drei Möglichkeiten seinen Blutzuckerbedarf für die Energiegewinnung zu decken:

  1. Der aus der Nahrung (oder aus der Spaltung von Kohlenhydraten) aufgenommenen Zucker gelangt direkt ins Blut.

  2. Er greift auf Zuckerreserven in Muskeln und der Leber (Glykogenspeicher) zurück

  3. Er stellt aus Proteinen und Fett neuen Zucker her (Glukoneogenese). Diese Umwandlung ist allerdings nur unter Aufwendung von Stresshormonen (Kortisol und Adrenalin), die, die Nebennieren ausschütten möglich und somit nicht der beste Weg der Energiegewinnung.

In gesundem Zustand deckt der Körper seinen Bedarf mit dem aus dem Essen aufgenommenen Zucker. Ist dieser aufgebraucht greift er auf die Zuckerreserven in Muskeln und Leber zurück. Sind auch diese Speicher leer, beginnt er aus Eiweiss und Fett unter Aufwendung von Stresshormonen Zucker neu herzustellen um den Blutzucker zu stabilisieren (siehe auch Blogbeitrag Hungerstoffwechsel).

Die Ausschüttung der Stresshormone hat eine kurzfristige Insulinresistenz zur Folge. Eine Insulinresistenz bedeutet, dass die Zellen gegen über dem Insulin, welches die Bauchspeicheldrüse ausschüttet sobald Zucker im Blut ist, dicht machen - das Insulin brauchen die Zellen um die Glukose einzuschleusen, es öffnet die Zellen gegenüber der Glukose.

Die Glukose gelangt nicht mehr in die Zellen somit steht den Mitochondrien (Kraftwerke der Zellen) kein Zucker zur Energiegewinnung zur Verfügung.

Die Mitochondrien bauen Glukose, Wasser und Sauerstoff zu Wasser und Kohlenstoffdioxid ab. Durch diesen Abbau entsteht Energie in Form von ATP (Adenosindiphosphat). Enzyme spalten dieses ATP in den Mitochondrien in ein ADP und ein freies Phosphat auf. Die dabei freigesetzte Energie wird in Form von Wärme abgegeben. Anschließend muss das ADP jedoch wieder in ATP umgewandelt werden. So entsteht ein ewiger Kreislauf, der nur bei einer optimalen Versorgung mit Nährstoffen einwandfrei funktioniert.

Für einen gesunden Körper ist eine kurzfristige Insulinresistenz kein Problem, diese macht er rückgängig sobald Glukose aus der Nahrung wieder vorhanden ist.

Ist der Körper aber im Dauerstressmodus und sind die Nebennieren erschöpft wird die Insulinresistenz zum Dauerbegleiter und es entstehen starke Unterzuckerungen auf Zellebene.

Die Nebennieren schaffen es nicht mehr den Blutzucker zu stabilisieren und das ganze System bricht zumindest zeitweise zusammen. Zitteranfälle, Ohnmacht, Panikattacken, etc. sind die Folge. Je schwächer die Nebennieren sind, desto stärker zeigen sich die Symptome einer Unterzuckerung. Die Betroffenen versuchen die Symptome mit Stimulanzien wie Kaffee, Alkohol, Zigaretten und Süssigkeiten wegzudrücken, was langfristig nicht zum Erfolg führt.


Von der Unterzuckerung auf Zellebene muss die Unterzuckerung im Blut unterschieden werden. Diese entsteht, wenn zu viel Kohlenhydrate auf einmal gegessen werden. Die hohe Insulinausschüttung führt dazu, dass die Glukose zu schnell in die Zelle geschleust wird und somit im Blut nichts mehr übrig bleibt (reaktive Unterzuckerung). Der Körper muss dann auf die Glukogenspeicher zurückgreifen, sind diese leer, wird er die 3. Variante (siehe oben) mobilisieren. Die Stresshormone führen dazu, dass keine Zuckerspeicher mehr aufgebaut werden und machen die Zellen wiederum dicht gegenüber dem Insulin.


Unterzuckerung auf Zell- und Blutebne bedingen sich gegenseitig und stellen die grössten Probleme bei der hormonellen Disbalance dar, da die Nebennieren im Spiel sind und sich erschöpfen. Dies hat zur Folge, dass die Schilddrüse nicht mehr richtig arbeitet und dies hat wiederum Folgen für unsere Sexualhormone.

Typische Symptome einer Unterzuckerung:

  • grundlose Reizbarkeit

  • Stimmungsschwankungen

  • Panikattacken, Ängste (durch Adrenalinstoss)

  • Schwindel, Übelkeit bis zu Erbrechen, Ohnmacht

  • Schwäche-, Zitteranfälle

  • Konzentrationsschwäche

  • Heisshunger auf Kohlenhydrate

  • Schweissausbrüche, Hitzewallungen

  • Hormonungleichgewichte

  • Häufiges Wasserlassen

  • Schlafstörungen (schnelles Einschlafen aber nächtliches Erwachen)

  • Gewichtszunahme möglich

  • Verlangsamung des Stoffwechsels

  • Schilddrüsenunterfunktion, Unwandlungsstörung der Schilddrüsenhormone (Therapie mit L-Thyroxin T4 bleibt erfolglos, da es nicht in T3 umgewandelt wird)

  • Nebennierenerschöpfung

  • Insulinresistenz

  • Unfruchtbarkeit, Mangel an Geschlechtshormonen (Hormonersatztherapie bleibt erfolglos, da Progesteron nur bei stabilem Blutzucker in die Zellen gelangt)

  • Kalziumüberschuss im Gewebe