• Annic Scholer

Blutzuckerkontrolle - Unterzuckerung - Insulinresistenz

Aktualisiert: Aug 17

Viele Menschen mit geschwächten oder erschöpften Nebennieren haben meistens auch mit starken Blutzuckerschwankungen oder Unterzuckerung zu kämpfen. Als Blutzucker bezeichnet man die Konzentration von Glukose im Blut. Anhand des Blutzuckergehalts im Blut kann der Körper zwischen Leben und Überleben unterscheiden.


Der Körper hat drei Möglichkeiten seinen Blutzuckerbedarf für die Energiegewinnung zu decken.

  1. Er schickt den aus der Nahrung (oder aus der Spaltung von Kohlenhydraten) aufgenommenen Zucker direkt ins Blut.

  2. Er greift auf Zuckerreserven in Muskeln und der Leber (Glykogenspeicher) zurück

  3. Er stellt aus Proteinen und Fett neuen Zucker her (Gluconeogenese). Diese Umwandlung ist allerdings nur unter Aufwendung von Stresshormonen (Kortisol und Adrenalin), die, die Nebennieren ausschütten möglich und somit nicht der beste Weg der Energiegewinnung.

In gesundem Zustand deckt der Körper seinen Bedarf mit dem aus dem Essen aufgenommenen Zucker. Ist dieser aufgebraucht greift er auf die Zuckerreserven in Muskeln und Leber zurück. Sind auch diese Speicher leer, beginnt er aus Eiweiss und Fett unter Aufwendung von Stresshormonen Zucker neu herzustellen um den Blutzucker zu stabilisieren.

Die Ausschüttung der Stresshormone hat eine kurzfristige Insulinresistenz zur Folge. Eine Insulinresistenz bedeutet, dass die Zellen gegen über dem Insulin, welches die Bauchspeicheldrüse ausschüttet sobald Zucker im Blut ist, dicht machen - das Insulin brauchen die Zellen um die Glukose einzuschleusen, es öffnet die Zellen gegenüber der Glukose.

Die Glukose gelangt nicht mehr in die Zellen somit steht den Mitochondrien (Kraftwerke der Zellen) kein Zucker zur Energiegewinnung zur Verfügung.

Die Mitochondrien bauen Glukose, Wasser und Sauerstoff zu Wasser und Kohlenstoffdioxid ab. Durch diesen Abbau entsteht Energie in Form von ATP (Adenosindiphosphat). Enzyme spalten dieses ATP in den Mitochondrien in ein ADP und ein freies Phosphat auf. Die dabei freigesetzte Energie wird in Form von Wärme abgegeben. Anschließend muss das ADP jedoch wieder in ATP umgewandelt werden. So entsteht ein ewiger Kreislauf, der nur bei einer optimalen Versorgung mit Nährstoffen einwandfrei funktioniert.

Für einen gesunden Körper ist eine kurzfristige Insulinresistenz kein Problem, diese macht er rückgängig sobald Glukose aus der Nahrung wieder vorhanden ist. Ist der Körper aber im Dauerstressmodus und sind die Nebennieren erschöpft wird die Insulinresistenz zum Dauerbegleiter und es entstehen starke Unterzuckerungen auf Zellebene, welche früher oder später durch hormonelle Entgleisung auch zur Unterzuckerung auf Blutebene führt.

Die Nebennieren schaffen es nicht mehr den Blutzucker zu stabilisieren und das ganze System bricht zumindest zeitweise zusammen. Zitteranfälle, Ohnmacht, Panikattacken, etc. sind die Folge. Je schwächer die Nebennieren sind, desto stärker zeigen sich die Symptome einer Unterzuckerung. Die Betroffenen versuchen die Symptome mit Stimulanzien wie Kaffee, Alkohol, Zigaretten und Süssigkeiten wegzudrücken, was langfristig nicht zum Erfolg führt.


Die Zwei Arten der Unterzuckerung (beide haben Hormonprobleme zur Folge)

Im Blut:

  • Mangel an Kohlenhydraten

  • Überschuss an Stresshormonen, diese verhindern den Aufbau von Glykogenspeichern

  • Verzehr zu grosser Mengen an Kohlenhydraten bzw. Zucker, was eine hohe Insulinausschüttung zur Folge hat und somit gelangt der Zucker zu schnell in die Zellen

  • Mangel an Eiweiss oder Fett in der Ernährung bzw. Störungen in der Eiweiss- und Fettverdauung führen dazu, dass die Kohlenhydrate im Darm zu schnell aufgenommen werden.

Unterzuckerung und Überzuckerung auf Bluteben hängen eng zusammen.

Auf Zellebene:

  • Keine Glukose vorhanden

  • Insulinresistenz (auch Diabetes Typ 2, nicht Typ 1)

  • Unfähigkeit der Zellen Kohlenhydrate zu verarbeiten - Mitochondriopathie auf Grund von Schwermetallbelastungen, Infektionen, Mikroentzündungen, Nährstoffmängel, hormonellen Störungen

  • Mangel an Sauerstoff

Typische Symptome einer Unterzuckerung:

  • grundlose Reizbarkeit

  • Stimmungsschwankungen

  • Panikattacken, Ängste (durch Adrenalinstoss)

  • Schwindel, Übelkeit bis zu Erbrechen, Ohnmacht

  • Schwäche-, Zitteranfälle

  • Konzentrationsschwäche

  • Heisshunger auf Kohlenhydrate

  • Schweissausbrüche, Hitzewallungen

  • Hormonungleichgewichte

  • Häufiges Wasserlassen

  • Schlafstörungen (schnelles Einschlafen aber nächtliches Erwachen)

  • Gewichtszunahme möglich

  • Verlangsamung des Stoffwechsels

  • Schilddrüsenunterfunktion, Unwandlungsstörung der Schilddrüsenhormone (Therapie mit L-Thyroxin T4 bleibt erfolglos, da es nicht in T3 umgewandelt wird)

  • Nebennierenerschöpfung

  • Insulinresistenz

  • Unfruchtbarkeit, Mangel an Geschlechtshormonen (Hormonersatztherapie bleibt erfolglos, da Progesteron nur bei stabilem Blutzucker in die Zellen gelangt)

  • Kalziumüberschuss im Gewebe

Unterzuckerung ist gut behandelbar mittels Stoffwechsel- und Hormonregulation. Wichtig dabei ist die Umstellung der Ernährungsgewohnheiten.

Auf Zucker und schnelle Kohlenhydrate sollte vorerst verzichtet werden. Ebenso sollten glutenhaltige Lebensmittel und Milchprodukte gemieden werden.

Die Verteilung der Mahlzeiten auf 5 bis 6 kleine Portionen pro Tag ist wichtig ebenso das Verhältnis der Makronährstoffe zueinander. Neben kleinen Mengen Kohlenhydraten sollten Fett und vor allem Eiweiss (mindestens 75 Gramm reines Eiweiss pro Tag) gegessen werden.

Auch auf Alkohol sollte verzichtet werden, da dieser grosse Mengen an Kohlenhydrate enthält.

Stimulanzien wie Kaffee verschlimmern die Situation. Kaffee hilft dem Körper kurzfristig Zucker in die Zellen zu schleusen, danach entsteht leider immer sehr schnell im Blut ein Zuckerloch.

Keine Mahlzeiten sollten ausgelassen werden, auch wenn kein Hunger da ist. Fehlendes Hungergefühl deutet auf eine Überaktivität der Nebennieren hin.

Annic Scholer

078 919 68 79

annic.scholer@gmail.com

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